Stadtohr

Stadtrundgang Waiblingen · Station 11 von 16

Michaelskirche

· kirche, gotik, orgel, kirchenfenster

Ausführlich

Sie stehen vor der Michaelskirche, einer evangelischen Kirche. Früher hieß sie die Große oder Äußere Kirche, der Name Michaelskirche ist erst seit etwa 1950 gebräuchlich. Gleich daneben steht das viel kleinere Nonnenkirchle. Die Kirche liegt außerhalb der Stadtmauer und ist über Jahrzehnte entstanden. Begonnen wurde der Bau vermutlich um 1440 durch Hans von Landau, ein genaues Datum kann nicht genannt werden. Um 1449/50 war der Chor fertig. Dann gab es eine kriegsbedingte Unterbrechung, den Städtekrieg zwischen Graf Ulrich V. von Württemberg und der Reichsstadt Esslingen. Um 1462 folgte der Turm. In den 1470er und 1480er Jahren wurde, nach einer erneuten Unterbrechung, das dreischiffige Langhaus errichtet. Vermutlich 1490 stellte Peter von Lahn die Kirche als Querkirche fertig. Zum 500-jährigen Jubiläum 1990 begann eine Außensanierung von Kirchenschiff und Turm, die im Jahr 2000 abgeschlossen war. Schauen Sie zum Turm. Er ist 52 Meter hoch, im unteren Teil quadratisch, die Glockenstube ist achteckig. Fünf Glocken hängen darin. Eine davon, die Taufglocke von 1677, hing bis etwa 1950 im Turm der Nikolauskirche. Dies ist der zweite der drei Türme aus Mörikes Satz. Die Stelle ist älter als die Kirche. In den Jahren 1866, 1910, 1938 und 1978 fand man bei Renovierungen Reste von insgesamt drei Vorgängerkirchen, die bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen. Das ist älter als die erste Erwähnung der Stadt im Jahr 885. Im Inneren ist die Steinkanzel von 1484 zu sehen. Erhalten sind die Konsole und die Brüstung mit vier Reliefs der Kirchenväter Augustinus, Gregor I., Ambrosius und Hieronymus. 1867 renovierte der Architekt Christian Friedrich von Leins die Kirche. Er richtete sie neu nach Osten aus und machte aus der Querkirche eine Längskirche. Dabei wurde auch die Kanzel versetzt. Die Chorfenster haben eine Kriegsgeschichte. Die Stuttgarter Glaswerkstatt Waldhausen & Ellenbeck setzte 1889 und 1903 farbige Fenster ein. 1945 wurden sie durch Kriegseinwirkung beschädigt und konnten erst 1957 ersetzt werden. Martin Domke schuf damals drei Fenster in starker Farbgebung: das Weihnachtsfenster, das Osterfenster und das Passionsfenster. Und die Orgel hat eine eigene Geschichte. Eberhard Friedrich Walcker baute sie 1876 für die Weltausstellung in Philadelphia, in der Hoffnung, sie gleich in Amerika zu verkaufen. Das gelang nicht. Er musste die Orgel nach Deutschland zurückbringen und günstig anbieten, und die Waiblinger Kirchengemeinde griff zu. Das neugotische Gehäuse von 1876 blieb erhalten, die Orgel hat heute 55 Register.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Michaelskirche, einer evangelischen Kirche. Früher hieß sie die Große oder Äußere Kirche. Begonnen wurde der Bau vermutlich um 1440, fertig war er um 1490. Der markante Turm ist 52 Meter hoch. Reste von drei Vorgängerkirchen reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück.

Für Kinder

Du stehst vor einer großen Kirche mit einem hohen Turm. Der Turm ist 52 Meter hoch. Unten ist er viereckig, aber da, wo die Glocken hängen, hat er acht Ecken. Kannst du sie zählen? Um 1440 fing man an, die Kirche zu bauen, um 1490 war sie fertig. Dazwischen gab es Krieg und zwei Pausen. In der Kirche steht eine Orgel, die eigentlich nach Amerika sollte. Ein Orgelbauer hatte sie für eine Weltausstellung in Philadelphia gebaut, aber er konnte sie dort nicht verkaufen. Deshalb steht sie jetzt in Waiblingen.

Quellen

Koordinaten: 48.830367, 9.317402 · auf der Karte

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