Stadtohr

Stadtrundgang Waiblingen · Station 7 von 16

Beinsteiner Torturm

1491 · stadttor, stadtbefestigung, gefängnis, mittelalter

Ausführlich

Sie stehen am Beinsteiner Torturm, am Rand der Altstadt, direkt an der Rems. Er ist das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtanlage Waiblingens. Schauen Sie nach oben: Vier Geschosse sind gemauert, darauf sitzt ein Fachwerkstock. Der Grundriss ist rechteckig, mit 8,80 mal 8,60 Metern nahezu quadratisch, und 37,3 Meter ragt der Turm in die Höhe. Im Dachreiter hängt eine kleine Glocke von 1667. Errichtet wurde der Turm 1491. In diese Zeit fällt der große Ausbau der Altstadt: Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts entstanden der äußere Stadtmauer-Ring und der Zwinger, die Stadttore wurden erhöht und mit Wappensteinen ausgestattet. Eines davon ist das 1491 entstandene Wappen von Graf Eberhard im Bart am Beinsteiner Torturm. Auf der stadtabgewandten Seite sehen Sie zwei Gemälde von 1938, die Ereignisse der Stadtgeschichte darstellen, und eine Steinbrücke, die Johann Adam Groß 1735 erbaut hat. Der Turm hatte mehrere Aufgaben und Namen. Ursprünglich war er das städtische Gefängnis, von 1818 bis 1864 das Oberamtsgefängnis. Früher nannte man ihn auch Säuturm, weil man Schweine durch dieses Tor auf die Weide trieb. Und durch das Tor lief der Verkehr: Bis 1934 lief der gesamte Verkehr von Schwäbisch Hall und Nürnberg nach Stuttgart durch dieses Tor und die Waiblinger Altstadt, es war die Reichsstraße 14. Dann kam das 19. Jahrhundert. 1832 wurde das Schmidener Tor abgebrochen, 1834 und 1835 die Torwarthausanlage, 1838 das Fellbacher Tor. Die einstige Lage des Fellbacher Tors erkennen Sie noch heute an Pflastersteinen in der Fußgängerzone. 1864 sollte auch dieser Turm abgerissen werden. Das konnte verhindert werden, und deshalb sind Sie hier. In den späten 1970er Jahren wurde der Turm grundlegend saniert. 2011 wies er schwere Mängel auf, und 2012 und 2013 wurden Dach und Außenputz saniert und Teile des Fachwerks ausgetauscht. Heute nutzt ihn, mit Unterbrechungen, der Heimatverein der Heimatvertriebenen aus dem südungarischen Csávoly. Die Ausstellung im Turm wurde 2019 nach mehrjähriger Neukonzeption wiedereröffnet. Eduard Mörike nannte Waiblingen einst „Die Stadt mit den drei Türmen“. Gemeint waren neben diesem Torturm der Hochwachtturm und der Turm der Michaelskirche. Merken Sie sich den Satz, wir begegnen den beiden anderen noch.

Kurzfassung

Sie stehen am Beinsteiner Torturm, direkt an der Rems am Rand der Altstadt. Er wurde 1491 errichtet und ist das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtanlage. Ursprünglich diente er als städtisches Gefängnis. Heute ist er ein Kulturdenkmal.

Für Kinder

Du stehst an einem Stadttor aus dem Jahr 1491. Es ist das einzige Tor der alten Stadtmauer, das noch steht. Die anderen Tore wurden abgerissen. 1864 sollte auch dieser Turm weg, aber das konnte verhindert werden. Früher war im Turm ein Gefängnis. Und er hatte einen komischen Namen: Säuturm, weil man Schweine durch das Tor auf die Weide trieb. Schau nach oben. Wie viele gemauerte Stockwerke kannst du zählen? Es sind vier, und obendrauf sitzt noch ein Stock aus Fachwerk.

Quellen

Koordinaten: 48.83348, 9.31859 · auf der Karte

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