Sie stehen an der Neckarfront, und damit am Ende dieses Rundgangs. Wenn Sie nur einen Blick aus Tübingen mitnehmen, dann diesen, und deshalb lohnt es sich, ihn in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Vor Ihnen liegt ein Ensemble aus mehrstöckigen, giebelständigen Wohnhäusern. Es zieht sich von der Eberhardsbrücke flussaufwärts bis zum Hölderlinturm, bei dem Sie eben standen, mit der Anlegestelle der Stocherkähne. Auf dieser, der südlichen Seite, sitzen die Häuser auf der noch in Teilen vorhandenen Stadtmauer. Das ist der entscheidende Satz dieser Station. Was wie eine Zeile schöner Bürgerhäuser aussieht, ist eine Verteidigungsanlage, auf die man gewohnt hat. Die Mauer, die Tübingen schützen sollte, wurde zum Fundament für Wohnzimmer. Nun gehen Sie mit den Augen die Reihe ab, und Sie gehen den Rundgang noch einmal. Über den Dächern steht der Turm der Stiftskirche, in dessen Galerie Sie vorhin hinaufsteigen konnten; er gehört ausdrücklich zum Gesamtbild. Auf der flussabgewandten Seite liegen die Häuser an der Neckargasse und der Bursagasse. Im Haus Bursagasse 16 ist das Zimmertheater, das Theater im alten Apothekenlabor. Weiter flussaufwärts schließen sich an die eigentliche Neckarfront die Alte Burse und das Evangelische Stift an, wo dieser Rundgang begann, mit Kepler, Hegel, Hölderlin und Schelling auf einer Liste. Dahinter folgt eine geschlossene Hausreihe entlang der Neckarhalde, und über allem liegt das Schloss Hohentübingen, in dem die Mammutelfenbeinfiguren und die Knochenflöten aufbewahrt werden. Zwischen Eberhardsbrücke und Hölderlinturm führt ein Fußweg entlang der Front. Den neckarseitigen Abschluss bildet eine mächtige Mauer. Ihre Krone ist im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Studenten, und damit schließt sich noch ein Kreis: Es sind dieselben 26.300 Studierenden, die den Altersdurchschnitt dieser Stadt auf rund vierzig Jahre ziehen. Ein letzter Hinweis, und er ist praktisch. Den besten Blick auf die Neckarfront haben Sie nicht von hier, sondern von zwei anderen Stellen: von der Eberhardsbrücke und von der Platanenallee auf der Neckarinsel, unmittelbar gegenüber. Gehen Sie noch die paar Schritte hinüber und drehen sich um. Dann haben Sie alles zusammen: Mauer, Häuser, Turm, Schloss, Fluss. Vielen Dank, dass Sie mitgegangen sind.
Sie stehen an der Neckarfront, dem Ende dieses Rundgangs. Die Reihe mehrstöckiger, giebelständiger Wohnhäuser zieht sich von der Eberhardsbrücke flussaufwärts bis zum Hölderlinturm. Auf der Südseite sitzen die Häuser auf der noch teils vorhandenen Stadtmauer.
Du stehst am Fluss, am Ende des Rundgangs. Schau dir die Häuserreihe am Wasser an. Sie sieht einfach schön aus, aber sie hat ein Geheimnis: Die Häuser stehen auf der alten Stadtmauer. Früher sollte diese Mauer die Stadt beschützen. Heute ist sie der Keller von Wohnhäusern. Über den Dächern siehst du den Turm der großen Kirche. Weiter flussaufwärts kommt das Haus, in dem wir angefangen haben, und über allem liegt das Schloss. Der schönste Blick ist aber nicht von hier. Geh über die Brücke auf die Insel mitten im Fluss und dreh dich um. Dort stehen große Bäume, und von dort siehst du alles auf einmal: die Mauer, die Häuser, den Turm, das Schloss und das Wasser. Wie viele Stationen von heute findest du wieder?
Koordinaten: 48.51914, 9.05526 · auf der Karte