Stadtohr

Stadtrundgang Tübingen · Station 3 von 16

Museum der Universität Tübingen

2006 · museum, sammlungen, welterbe, urgeschichte

Ausführlich

Sie sind noch im Schloss, und das ist kein Zufall. Was hier liegt, ist der Grund, warum die Universität dieses Haus behalten hat. Das Museum der Universität Tübingen, kurz MUT, ist eine zentrale Einrichtung der Eberhard Karls Universität. Seit Oktober 2006 erforscht es die universitären Sammlungen, verbindet sie organisatorisch, stellt der Universität ein Ausstellungslabor bereit und macht die Bestände für Forschung, Lehre und Bildung nutzbar. Eine Zahl zeigt die Aufgabe. Das MUT ist das Dach über rund siebzig Sammlungen, dazu kommen etwa hundertfünfunddreißig Einzelkonvolute und Teilsammlungen. Das ist die größte Zahl an einer deutschen Universität. Die Liste liest sich wie ein Inventar des Wissens: Abguss-Sammlung, Ägyptologische Sammlung, Altorientalische Sammlung, Münzsammlung, Antikensammlung, Keramik des Mittelalters, Mathematische Modellsammlung, Musikinstrumente, Meteoriten, die Computersammlung am Wilhelm-Schickard-Institut, die Glasmodelle mariner Wirbelloser von Leopold und Rudolph Blaschka, die Flugblattsammlung der 1968er Studentenbewegung. Zwei Bestände machen dieses Museum weltweit einzig. Es ist das einzige universitäre Museum, das Artefakte aus zwei verschiedenen Unesco-Welterbestätten beherbergt. Die Sammlung der Jüngeren Urgeschichte besitzt Funde aus Feuchtbodensiedlungen, die seit 2011 zum Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen gehören. Und in der Sammlung der Älteren Urgeschichte liegen Figuren aus Mammutelfenbein und Fragmente von Knochenflöten aus der Vogelherdhöhle auf der Schwäbischen Alb. Seit 2017 ist diese Höhle Teil des Welterbes Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Bleiben Sie bei diesen Stücken einen Moment stehen. Es sind die ältesten erhaltenen figürlichen Kunstwerke und die ältesten erhaltenen Musikinstrumente der Menschheit. Jemand hat ein Loch in einen Knochen gebohrt und damit einen Ton gemacht. Dazu ein drittes Stück, aus einer anderen Richtung. Die Ethnologische Sammlung bewahrt eine Maori-Ahnentafel, Poupou genannt. Es ist das weltweit einzige Architekturteil aus einem Maori-Versammlungshaus, das von der ersten James-Cook-Expedition in die Südsee stammt, von 1768 bis 1771. Das Museum ist älter als sein Dach. 1897 entstand die Graphische Sammlung am Kunsthistorischen Institut, 1902 die Ausstellung der Paläontologischen Sammlung, 1997 das Museum im Schloss Hohentübingen. Die größte Aufgabe nennt das Haus selbst: die Bestände sichten, sichern und in einer gemeinsamen Datenbank erfassen, dazu eine befriedigende Depotsituation herstellen. 2011 nahm der Wissenschaftsrat die organisatorische Konstruktion des MUT zum Vorbild für andere Universitätskustodien. Seit dem Wintersemester 2016/17 trägt das Museum auch ein eigenes Master-Studienprofil, an dem sich neun Disziplinen beteiligen. Jetzt gehen wir den Berg hinunter, in die Stadt.

Kurzfassung

Sie stehen vor den Sammlungen des Museums der Universität Tübingen, kurz MUT. Es arbeitet seit Oktober 2006 und ist das Dach über rund siebzig Sammlungen. Es ist das einzige Universitätsmuseum weltweit, das Stücke aus zwei Unesco-Welterbestätten bewahrt.

Für Kinder

In diesem Schloss steht ein Museum. Es heißt kurz MUT und kümmert sich um rund siebzig Sammlungen der Universität: Münzen, Steine aus dem Weltall, alte Computer, Musikinstrumente. Zwei Sachen sind besonders. In einer Höhle auf der Schwäbischen Alb haben Forscher kleine Figuren gefunden, geschnitzt aus dem Zahn eines Mammuts. Und Stücke von Flöten aus Knochen. Sie sind die ältesten Figuren und die ältesten Instrumente, die Menschen gemacht haben. Jemand hat damals Löcher in einen Knochen gebohrt, um Töne zu machen. Das zweite Stück kommt von weit her: ein geschnitztes Holzstück aus einem Versammlungshaus der Maori in Neuseeland. Es kam mit der ersten Schiffsreise von James Cook nach Europa. Was würdest du dir zuerst ansehen?

Quellen

Koordinaten: 48.51949, 9.05079 · auf der Karte

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