Sie stehen vor dem Simeonstift, unmittelbar neben der Porta Nigra. Damit sind wir wieder am Anfang, und jetzt schließt sich die Geschichte, mit der dieser Rundgang begonnen hat. Das Stift ist nach dem griechischen Mönch Simeon von Trier benannt. Er ließ sich nach 1028 als Einsiedler in dem römischen Stadttor nieder, und angeblich hat er sich dort einmauern lassen. Nach seinem Tod am 1. Juni 1035 wurde er im Erdgeschoss des Tores bestattet und wahrscheinlich noch zu Weihnachten desselben Jahres heiliggesprochen. Ihm zu Ehren baute Erzbischof Poppo das Stift und das ehemalige Stadttor zur Doppelkirche um. Eine Gründungsurkunde des Stifts ist nicht erhalten, und vermutlich hat es auch keine gegeben. Die neuere Forschung geht davon aus, dass die Gründung bald nach der Heiligsprechung erfolgte. Zwei Belege stützen das: Der erhaltene Nordflügel des Stiftsberings stammt nach den Jahresringen seines Holzes von 1040, und eine Urkunde von 1048 belegt das Vorhandensein eines Propstes und damit eine bestehende stiftische Verfassung. Wie reich dieses Stift war, zeigt eine andere Urkunde. Kaiser Heinrich IV. bestätigte ihm im Jahr 1098 alle seine Besitzungen und führte dabei namentlich mehr als sechzig Güter und Berechtigungen auf. Halten wir fest, was dieser Mönch bewirkt hat. Weil Simeon sich in ein römisches Stadttor zurückzog und dort starb, wurde aus diesem Tor eine Kirche. Weil es eine Kirche war, wurde es nicht als Steinbruch abgebrochen wie andere römische Bauten der Stadt, deren Steine wir heute in Mauern und Fundamenten suchen müssen. Die Porta Nigra steht also, weil ein Einsiedler aus Sizilien sich hier einmauern ließ. 1802 wurde das Stift aufgehoben. Den Umbau des Tores machte man auf Befehl Napoleons 1804 rückgängig. Seitdem befindet sich das entkernte Stadttor nahe seinem gallorömischen Urzustand. Lediglich der romanische Ostchor zeugt von außen noch davon, dass sich hier einst eine Kirche befunden hat. Schauen Sie noch einmal hin, bevor wir Schluss machen. In den ehemaligen Stiftsgebäuden ist heute das Stadtmuseum Simeonstift untergebracht. Dort liegen die Originale, die wir unterwegs als Kopien gesehen haben: das mittelalterliche Marktkreuz vom Hauptmarkt und die beiden Ritterfiguren von der Steipe, der eine mit offenem, der andere mit geschlossenem Visier. Damit sind wir am Ende. Wir haben an einem Stadttor angefangen, das nie fertig wurde, und wir enden an dem Stift, das es gerettet hat. Zwischen diesen beiden Stationen liegen über 2000 Jahre, ein Thronsaal, zwei unvollendete Großbauten, ein Kurfürst, der an eine Römerhalle anbaute, und eine Bürgerschaft, die ihre Haltung in zwei steinerne Visiere gelegt hat. Danke, dass Sie mitgegangen sind.
Sie stehen vor dem Simeonstift, unmittelbar neben der Porta Nigra. Das Kollegiatstift entstand nach 1035 und ist nach dem griechischen Mönch Simeon von Trier benannt. 1802 wurde es aufgehoben. In den ehemaligen Stiftsgebäuden ist heute das Stadtmuseum Simeonstift untergebracht.
Letzte Station. Hier wohnten früher Priester, in einem Stift neben dem großen Stadttor. Angefangen hat alles mit einem Mönch aus Griechenland. Er hieß Simeon und ließ sich nach 1028 in dem römischen Tor einmauern, um allein zu beten. Als er 1035 starb, machte man ihn zum Heiligen und baute das Tor zu einer Kirche um. Und das war das Glück des Tores: Eine Kirche reißt man nicht ab. Deshalb steht die Porta Nigra heute noch. Im Haus hier ist jetzt ein Museum. Dort liegen die echten Ritterfiguren von der Steipe. Gehst du sie anschauen?
Koordinaten: 49.7597, 6.64333 · auf der Karte