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Stadtrundgang Stuttgart · Station 13 von 14

Württembergische Landesbibliothek

1765 · bibliothek, herzog, luftangriff, bestand

Württembergische Landesbibliothek
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Ausführlich

Sie stehen vor der Württembergischen Landesbibliothek, der größten wissenschaftlichen Bibliothek in Baden-Württemberg. Mehr als sechs Millionen Medieneinheiten sind es. Rund 91 Prozent des Buchbestandes stehen in geschlossenen Magazinen. Die Bibliothek hat sechsmal ihren Standort und fünfmal ihren Namen gewechselt. Der Anfang liegt in Ludwigsburg. Herzog Carl Eugen gründete die Herzogliche Öffentliche Bibliothek am 11. Februar 1765, an seinem 37. Geburtstag. Das Besondere steht im Stiftungsdiplom: Sie stand von Anfang an jedermann offen, mit alleiniger Ausnahme der Diener in Livree. Dem Herzog war die Bibliothek eine Herzensangelegenheit. Zeit seines Lebens war er ihr oberster Bibliothekar. 1777 kam sie nach Stuttgart, das seit 1775 wieder Residenz war. Sie bezog ein Herrenhaus von 1435 am Marktplatz, einen großen Holzbau. Am 12. Februar 1777 wurde sie dort neu eröffnet. Wegen der Holzbauweise bestand hohe Feuergefahr. Den Grundstock bildeten die Bibliothek der Ludwigsburger Residenz und die Bücher des ersten Bibliothekars Joseph Uriot, zusammen um die 10.000 Bände. Carl Eugen kaufte für beträchtliche Summen ganze Sammlungen, darunter zwei große Bibelsammlungen. Gegen Ende seines Lebens hatte die Bibliothek 100.000 Bände. Ab 1803 kamen die Bibliotheken aufgehobener Klöster hinzu, etwa aus Weingarten, Zwiefalten und Wiblingen. 1820 zog die Bibliothek wegen Raumnot in das Invalidenhaus an der Neckarstraße 8. Damit war der Standort erreicht, an dem sie noch heute ist. Auch dieses Haus bestand zu großen Teilen aus Holz. Von 1878 bis 1886 entstand deshalb ein Steinbau, entworfen von Theodor von Landauer, mit Fassadenschmuck von Adolf von Donndorf. Dann kam die Nacht vom 12. auf den 13. September 1944. Bei einem schweren Luftangriff brannte das Gebäude beinahe vollständig aus. Nur das Verwaltungsgebäude und mit ihm die Kataloge konnten gerettet werden. Alles, was nicht ausgelagert war, verbrannte: über 400.000 Bände, etwa die Hälfte des Bestandes. Die andere Hälfte, darunter die meisten Kostbarkeiten, war rechtzeitig ausgelagert worden. Am 21. Februar 1946 wurde das teilweise wiederaufgebaute Haus wiedereröffnet. 1970 riss man es ab. An seiner Stelle entstand das heutige Gebäude nach dem Entwurf von Horst Linde, eingeweiht am 3. August 1970. Der Bestand hatte da schon fast wieder die Größe vor der Zerstörung erreicht, auch dank großzügiger Spenden der württembergischen Verlage.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Württembergischen Landesbibliothek. Herzog Carl Eugen gründete sie am 11. Februar 1765 in Ludwigsburg, 1777 zog sie nach Stuttgart. Das heutige Gebäude wurde am 3. August 1970 eingeweiht. Sie ist die größte wissenschaftliche Bibliothek in Baden-Württemberg.

Für Kinder

Eine Bibliothek ist ein Haus voller Bücher. Diese hat ein Herzog gegründet, an seinem Geburtstag im Jahr 1765. Jeder durfte hinein, nur Diener in Livree nicht. 1944 brannte sie bei einem Luftangriff fast ganz aus. Über 400.000 Bücher gingen verloren, aber die andere Hälfte war vorher in Sicherheit gebracht worden. Heute gibt es hier mehr als sechs Millionen Bücher und andere Medien. Wie viele Bücher hast du zu Hause?

Quellen

Koordinaten: 48.7772, 9.18506 · auf der Karte

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