Stadtohr

Stadtrundgang Straubing · Station 12 von 16

Stadtturm

· turm, wahrzeichen, türmer, feuerturm

Ausführlich

Sie stehen am Stadtturm. Er ist 68 Meter hoch, ein mittelalterlicher Wachturm und das Wahrzeichen der Stadt. Ungewöhnlich ist seine Lage: Er steht mitten in der Stadt, unabhängig von der Stadtbefestigung, in der Mitte des Stadtplatzes. Dafür gab es Gründe. Vom Turm aus musste die Donau überwacht werden, weil von den vorbeifahrenden Schiffen Zölle erhoben wurden. Und als Feuerturm bot er vom zentralen und höchsten Punkt einen guten Überblick über die gesamte mittelalterliche Stadt. Der Grundstein wurde 1316 gelegt. Zwischen 1379 und 1393, in der Zeit des Herzogtums Straubing-Holland unter der Regentschaft Albrechts II., war der achtgeschossige Turm vorerst fertig. Ausgebaut wurde er bis ins 16. Jahrhundert, die Türmerwohnung und die vier Ecktürme kamen später dazu. Anfangs hatte er nur drei Stockwerke. Als die Stadt in die Höhe wuchs, wurde auch der Turm aufgestockt. Ursprünglich stand er frei und ohne Anbauten und konnte von allen Seiten durchschritten werden. Im 15. Jahrhundert kamen Anbauten hinzu, teils für besseren Halt, teils für die Stadtverwaltung. Dort waren die Stadtwache, die Amtswaage, das Brothaus, die Ratstrinkstube, das Pflasterzollbüro und einige Zeit sogar ein Theater untergebracht. Schauen Sie an ihm hinauf, und achten Sie auf die Neigung. Der Turm wurde schon in gotischer Zeit mit Pfeilern verstärkt. Mitte des 17. Jahrhunderts gab es große Risse, und 1646 fixierte man ihn mit Metallbügeln, die ihm immer noch Halt geben. Eine deutliche Neigung nach Süden sehen Sie noch heute. Im obersten Geschoss wohnte der Türmer, der oberste Beamte der Stadt. Bei Amtsantritt musste er einen umfangreichen Eid schwören. Er musste nach Feuern Ausschau halten und melden, wenn sich mehr als drei Wanderer den Stadttoren näherten. Kam ein Schiff von der Donau, hängte er eine rote Fahne aus, das Zeichen für die Zöllner. Nach jedem Stundenschlag der Uhr wiederholte er die Schläge mit einem Hammerschlag auf der Glocke, damit sicher war, dass er auf seinem Posten ist. Diese Glocke wurde 1406 in Regensburg von Hanns Paier gegossen und war schon im Mittelalter die Feuerglocke. Auf ihr steht: „Ich künd euch die Zeit, die Gott uns Tag und Nacht gibt.“ Sie zählt zu den ältesten Glocken Deutschlands. Der letzte Türmer verließ 1930 seinen Posten. Seit der Renovierung 1986 gibt es wieder das Neujahranblasen: Die Straubinger Turmbläser spielen am Neujahrstag vom Stadtturm aus. Die fünf Spitzen prägen die Silhouette der Stadt, ebenso wie die Jakobskirche, die Karmelitenkirche und der Wasserturm.

Kurzfassung

Sie stehen am Stadtturm, einem 68 Meter hohen mittelalterlichen Wachturm. Er steht in der Mitte des Stadtplatzes und ist das Wahrzeichen Straubings. Der Grundstein wurde 1316 gelegt. Gebaut wurde er als Wach- und Feuerturm. Er trägt fünf Spitzen.

Für Kinder

Du stehst am Stadtturm. Er ist 68 Meter hoch und hat fünf Spitzen. Im obersten Stockwerk wohnte der Türmer, der Wächter der Stadt. Er musste nach Feuern Ausschau halten. Kam ein Schiff von der Donau, hängte er eine rote Fahne aus. Nach jedem Stundenschlag schlug er mit einem Hammer auf die Glocke, damit man sicher sein konnte, dass er auf seinem Posten war. Die Glocke ist von 1406. Der letzte Türmer ging 1930. Schau genau hin: Der Turm neigt sich ein wenig nach Süden. Siehst du das auch?

Quellen

Koordinaten: 48.881666666, 12.569444444 · auf der Karte

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