Sie stehen vor der Orgel der St.-Jakobi-Kirche. Vier Orgeln hat diese Kirche im Lauf ihrer Geschichte beherbergt, und die zweite ist eine Geschichte voller Streit. Zuerst die erste Orgel. Sie wird erstmals in einem Text erwähnt, der anno 82 datiert ist, wahrscheinlich 1582. Der Orgelbauer hieß Nicolai, möglicherweise war es Nikolaus Maaß. 1659 reparierte Friedrich Stellwagen sie, nachdem er die Orgel der Marienkirche fertiggestellt hatte. Von dieser Orgel war bei der Marienkirche die Rede. 1699 urteilte ein Rostocker Orgelbauer, die Orgel sei ein altes zerstücktes und zerpflücktes Werk und nichts nütze. Der Senat stimmte am 24. März 1732 einem Neubau durch Christian Gottlieb Richter aus Stettin zu. Die Provisoren wollten ihn auf einer Empore an der Südseite bauen lassen. Doch der Senat legte am 20. August 1732 den Standort auf eine Empore über dem Westportal fest, was Richters bisherige Planung hinfällig machte. Richter unterzeichnete trotzdem, er habe unter hohem Konkurrenzdruck gestanden, schrieb er später. Danach überschatteten Streitigkeiten die Arbeit. Veranschlagt waren 2592 Reichstaler. Richter reichte Nachforderungen ein, am Ende 1826 Reichstaler und 44 Schillinge. Die Provisoren verweigerten ihm das Zeugnis, weil die Orgel defekt sei. Nach wochenlangem Streit gab es am 19. Juli 1741 die Endabnahme. Drei Organisten bescheinigten, die Orgel sei ein gutes Werk. Der Prospekt, die Gestaltung mit abgewogenen Proportionen, wurde bewundert. Er steht noch heute dort, das sehen Sie über sich. Eine Quelle zur Jakobikirche nennt für den Einbau 1733 bis 1738, der Orgel-Quelle 1732 bis 1741. Ich folge dem Orgel-Quelle. Schon 1751 musste die Orgel generalüberholt werden. 1778 verpflichtete man Ernst Julius Marx. Ihm wurden unlautere Geschäfte nachgesagt, und seinen Umbau erklärte er selbst zum Neubau. Dietrich W. Prost urteilt, es sei eher eine Instandsetzung gewesen. Er hält das Abnahmeprotokoll von 1783 für ungewöhnlich schmeichlerisch und mutmaßt, Marx habe die Organisten bestochen. Die dritte Orgel baute Friedrich Albert Mehmel mit vier Manualen, Pedal und 69 Registern. Sie war die größte der drei Pfarrkirchen und seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr spielbar. Die vierte, heutige Orgel baute die Orgelwerkstatt Wegscheider 2019 und 2020 hinter dem historischen Prospekt. Sie hat 51 Register auf drei Manualen und Pedal und bezieht drei Mehmel-Register im Pedal ein.
Sie stehen vor der Orgel der St.-Jakobi-Kirche. Vier Orgeln hatte die Kirche im Lauf ihrer Geschichte. Die barocke Orgel baute von 1732 bis 1741 Christian Gottlieb Richter, ihr Prospekt ist bis heute erhalten. Die heutige Orgel mit 51 Registern entstand 2019 und 2020 dahinter.
Diese Kirche hatte schon vier Orgeln. Die zweite wurde von einem Orgelbauer namens Christian Gottlieb Richter gebaut. Das dauerte lang, von 1732 bis 1741, und es gab viel Streit. Aber das reichhaltig gestaltete Gehäuse steht noch heute. Hinter ihm klingt jetzt eine neue Orgel mit 51 Registern. Sie wurde 2019 und 2020 gebaut. Woran erkennst du, dass etwas alt ist? Schau dir das Gehäuse an.
Koordinaten: 54.313194444, 13.092805555 · auf der Karte