Stadtohr

Stadtrundgang Speyer · Station 10 von 16

St. Joseph (Speyer)

1914 · kirche, katholisch, konfession, jugendstil

Ausführlich

Sie stehen vor der katholischen Kirche St. Joseph. Sie ist das Zentrum eines ganzen Gebäudekomplexes der Gemeinde. Und sie ist eine Antwort. Gleich nachdem die Protestanten ihre Sammlung für die Gedächtniskirche begonnen hatten, gründete sich 1887 ein katholischer Kirchenbauverein. Als der Verein der Protestanten seinen Bauplatz am damaligen Stadtrand erwarb, suchten die Katholiken einen Platz in unmittelbarer Nähe. Einen großen Teil des Geländes stellte das Kloster St. Magdalena zur Verfügung. Die Kirche sollte bis zur Jahrhundertwende fertig sein, doch wegen Geldmangels wurde der Baubeginn immer wieder aufgeschoben. Die Grundsteinlegung am 9. Juni 1912 in Anwesenheit des Bischofs Michael von Faulhaber nannte der Dompfarrer ein Fest der katholischen Religion. 1914 wurde die Kirche dem heiligen Joseph geweiht, dem Patron der Kurpfalz und dem Schutzpatron der Arbeiter. Wegen des heranziehenden Krieges blieb sie unvollendet. Die Eingangstreppe wurde nur provisorisch als steile Treppe mit Betonstufen ausgeführt. Schauen Sie auf die Wand über den Fenstern neben dem Vordereingang: Dort stehen rechteckige Steine hervor, die noch bearbeitet werden sollten. Auch die Ostseite blieb unvollendet. Dort steht heute zum Teil auf den Resten der Klosterkirche von St. Ägidius das Ägidienhaus. Der Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker entwarf die Kirche mit Formen des Jugendstils, der Spätgotik, des Barock und der Renaissance. Sie sollte sich stark vom Stil des Doms und der Gedächtniskirche unterscheiden. Über beide Kirchen heißt es: katholische Vielfalt gegenüber protestantischer Strenge. Die Kirche ist 56,70 Meter lang und 34,20 Meter breit. Das Turmpaar ist 90 Meter hoch, nur 2,5 Meter niedriger als der Turm der Kaiserslauterer Marienkirche und zehn Meter niedriger als der der Gedächtniskirche. Zusammen mit Gedächtniskirche und Kaiserdom beherrscht sie die Stadtsilhouette. Eine Quelle hält fest, dass heute ausgezeichnete ökumenische Beziehungen bestehen. Während mehrmonatiger Renovierungsarbeiten durften die Katholiken ihre Gottesdienste in der Gedächtniskirche feiern.

Kurzfassung

Sie stehen vor der katholischen Kirche St. Joseph. Der Grundstein wurde am 9. Juni 1912 gelegt, 1914 wurde sie dem heiligen Joseph geweiht. Sie entstand als Reaktion auf den Bau der benachbarten evangelischen Gedächtniskirche. Ihr Turmpaar ist 90 Meter hoch.

Für Kinder

Diese Kirche hat zwei große Türme, jeder 90 Meter hoch. Gebaut wurde sie, weil die evangelischen Christen nebenan eine große Kirche bauten. Die Katholiken wollten auch eine. Sie ist nie ganz fertig geworden. Schau dir die Steine über den Fenstern an: Manche stehen eckig hervor. Sie hätten noch bearbeitet werden sollen. Heute verstehen sich die beiden Gemeinden gut. Als St. Joseph renoviert wurde, durften die Katholiken in der Gedächtniskirche Gottesdienst feiern. Warum, glaubst du, ist das besser als Streit?

Quellen

Koordinaten: 49.316311, 8.429178 · auf der Karte

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