Sie stehen vor der ehemaligen Ägidienkirche. Sie war eine im 12. Jahrhundert errichtete, dem heiligen Ägidius geweihte Kirche, zuerst katholische, dann reformierte Pfarrkirche, danach Klosterkirche der Kapuziner. Um 1140 ließ der Kanoniker Burchard auf seinem und seiner Mutter Eigentum in der Vorstadt eine Kirche mit Hospital bauen. 1148 schenkte er die Stiftung dem Augustiner-Chorherrenstift Hördt. 1566 brachte der reformierte Kurfürst Friedrich III. das Kloster Hördt unter seine Kontrolle, und im Frühjahr 1572 kam der erste protestantische Pfarrer. Fortan war St. Ägidius reformierte Pfarrkirche. Am 1. Mai 1623 wurde sie den neu angesiedelten Kapuzinern übergeben. Da sie baufällig war, legten diese 1625 den Grundstein für eine neue, die 1628 als Saalkirche fertig wurde. Erzherzog Leopold von Österreich schoss 10.000 Gulden zu. Wilhelm Sturmfeder von Oppenweiler und seine Frau Barbara spendeten allein für die Klostergebäude 20.000 Gulden. Nach dem Westfälischen Frieden ließ die Kurpfalz die Kapuziner 1650 vertreiben, aber 1688 gaben die Franzosen das Kloster dem Orden zurück. Beim Niederbrennen der Stadt 1689 erlitt es Schäden, blieb aber weitgehend unzerstört. Dann folgt eine Geschichte, die mit dem Dom zusammenhängt. 1798 hob die Französische Republik das Kloster auf. In dieser Zeit wurde die Ägidienkirche zur Haupt-Pfarrkirche erhoben, denn der Dom war ruinös, und man wollte ihn abreißen. Bischof Joseph Ludwig Colmar verhinderte das durch persönliche Intervention bei Kaiser Napoleon. 1806 verfügte Napoleon per Dekret die Erhaltung des Domes und, zugunsten seiner Wiederherstellung, den Verkauf der Ägidien-, der Jesuiten- und der Franziskanerkirche. Beim Verkauf 1807 erlöste die Ägidienkirche 1728 Franken, die der Renovierung des Domes zugutekamen. Sie wurde profaniert. 1835 richtete man ein Tabakmagazin ein, 1886 erwarb sie das Königreich Bayern und nutzte sie als Lagerraum für das Zollamt. 1979 erfolgte der Umbau zum Ägidienhaus, dem Gemeindezentrum der seit 1914 südlich daneben stehenden katholischen Pfarrkirche St. Joseph. Aus dem 17. Jahrhundert sind noch die Außenmauern mit leicht eingezogenem, langgestrecktem Rechteckchor erhalten.
Sie stehen vor der ehemaligen Ägidienkirche. Um 1140 ließ der Kanoniker Burchard hier eine dem heiligen Ägidius geweihte Kirche mit Hospital bauen. Sie war Pfarrkirche, dann Klosterkirche der Kapuziner. Heute befindet sich hier das Ägidienhaus.
Hier stand einmal eine Kirche für den heiligen Ägidius, gebaut um 1140. Später wohnten hier Mönche, die Kapuziner. Dann kam Kaiser Napoleon, und die Kirche wurde verkauft. Das Geld half dabei, den Dom zu renovieren. Danach lagerte hier Tabak, später das Zollamt seine Waren. Heute ist hier ein Gemeindehaus, das Ägidienhaus. Was würdest du in einer alten Kirche machen, die nicht mehr Kirche ist?
Koordinaten: 49.31648889, 8.42953611 · auf der Karte