Sie stehen vor dem Retscher, direkt neben der Dreifaltigkeitskirche. Er ist die Ruine eines gotischen Stadthauses in der historischen Altstadt. Die Brandschatzung Speyers im Jahr 1689 ließ kaum Reste von Profanbauten übrig. Von der Bischofspfalz neben dem Dom steht nur noch der Stumpf eines Treppenturms, vom Ratshof blieb ein gotischer Torbogen, und in der Spitalgasse findet sich noch ein Renaissance-Treppenturm. Der Retscher ist der einzige in bedeutenderen Resten erhaltene mittelalterliche Profanbau der Stadt. Es handelt sich um ein ehemaliges Patrizierhaus des 13. Jahrhunderts, benannt nach dem Erbauer Retschelinus, der 1241 erwähnt wird. Schauen Sie auf die spätstaufischen Fensteröffnungen mit ihren profilierten Kleeblattbögen. Am 27. Oktober 1495 gelangte der Retscher in den Besitz der Stadt Speyer. Von 1628 bis 1648 wurde er als Betsaal der lutherischen Gemeinde genutzt. Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg entstand neben der ausgebrannten Ruine die Dreifaltigkeitskirche. Der Ort hat noch eine zweite Geschichte. Man glaubte lange, der Reichstag von 1529, auf dem die Protestation zu Speyer stattfand, habe im Retscher getagt. Deshalb sollte die Gedächtniskirche, die an die Protestation erinnert, zunächst genau hier gebaut werden, als sogenannte Retscher-Kirche. Dann stellte sich heraus, dass die Reichsversammlung gar nicht im Retscher getagt hatte. Den Namen Retscherkirche trägt die Gedächtniskirche trotzdem noch. Zu ihr kommen wir noch.
Sie stehen vor dem Retscher, der Ruine eines gotischen Stadthauses neben der Dreifaltigkeitskirche. Es war ein Patrizierhaus des 13. Jahrhunderts, benannt nach dem Erbauer Retschelinus, erwähnt 1241. Es ist der einzige in bedeutenderen Resten erhaltene mittelalterliche Profanbau der Stadt.
Das hier ist eine Ruine. Früher war es das Haus einer reichen Familie, gebaut im 13. Jahrhundert und benannt nach dem Erbauer Retschelinus. Fast alle alten Häuser in Speyer wurden 1689 zerstört, dieses hier ist als Ruine geblieben. Schau dir die kleinen Fenster an, die oben wie Kleeblätter aussehen. Kannst du die drei Blätter sehen? Von 1628 bis 1648 beteten hier Lutheraner in einem Betsaal.
Koordinaten: 49.31817, 8.4394 · auf der Karte