Stadtohr

Stadtrundgang Schweinfurt · Station 9 von 16

Theater der Stadt Schweinfurt

1966 · theater, nachkriegsmoderne, sanierung, bamberger symphoniker

Ausführlich

Sie stehen vor dem Theater der Stadt Schweinfurt. Es steht dort, wo einmal eine Schanze der Stadtbefestigung lag, die Christina-Schanze. Auf ihr wurde vor 1833 ein Wohnhaus errichtet, später entstand die Gartenwirtschaft Schadsche Schanze, und 1887 daneben der Saalbau Mayer, den Sie eben kennengelernt haben. 1944 zerstörten Bomben den Saalbau. 1959 legte der Karlsruher Architekt Erich Schelling für die Schanze Pläne für ein Museum für die Sammlung Georg Schäfer vor. Das Museum entstand später an anderer Stelle, Sie haben es am Anfang gesehen. Die Stadt verfolgte die Museumspläne für diesen Ort nicht weiter, die Schanze wurde abgetragen, und 1961 beschloss sie, hier ein neues Theater zu errichten. Schelling entwarf einen kühnen, modernen Bau mit fünfeckigem Grundriss. Seine Frau Trude Schelling-Karrer arbeitete als Innenarchitektin. Ihre Glaskompositionen dienen zugleich der Akustik und der Gestaltung. Die Fassaden sollten ursprünglich mit weißem Marmor verkleidet werden. Stattdessen verwendete man weißen Putz, der die Linienführung des Bauwerks unterstreicht. Der weiße Marmor blieb im Mix mit grauem und schwarzem dem Fußboden im Eingangsbereich vorbehalten. Am 1. Dezember 1966 wurde das Theater mit Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro eröffnet, mit der Bayerischen Staatsoper und Rudolf Hartmann als Regisseur. Ein eigenes Ensemble gibt es nicht. Man hatte während der Bauzeit darüber nachgedacht und rückte wieder davon ab. In jeder Spielzeit stehen etwa 150 Aufführungen auf dem Programm. Im großen Saal gibt es 750 Sitzplätze für Sprechtheater und 695 für Musiktheater. Mehr als 80.000 Menschen besuchen die Spielstätten jährlich. Seit dem 10. Oktober 1946 gastieren die Bamberger Symphoniker in Schweinfurt, nirgendwo häufiger. Am 2. März 2019 gaben sie ihr 500. Konzert. Auf der Bühne standen auch Heinz Rühmann, José Carreras, Ingeborg Hallstein und der Pantomime Marcel Marceau. 2016 wurde das Theater, 50 Jahre nach der Eröffnung, als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz gestellt. 2023 begann die General- und Schadstoffsanierung, und gespielt wird derzeit im Evangelischen Gemeindehaus. Die Wiedereröffnung ist für Oktober 2027 geplant. Beim Umbau des Bühnenhauses stieß man auf Mauern der Christina-Schanze.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Theater der Stadt Schweinfurt, am 1. Dezember 1966 mit Mozarts Figaro eröffnet. Es ist ein Bespieltheater ohne eigenes Ensemble und steht seit 2016 als herausragendes Beispiel der deutschen Nachkriegsmoderne unter Denkmalschutz. Zurzeit wird es saniert.

Für Kinder

Du stehst vor dem Stadttheater von Schweinfurt. Es hat keine eigenen Schauspieler. Stattdessen kommen jedes Jahr Künstler aus dem In- und Ausland, für etwa 150 Aufführungen. 1966 wurde das Theater mit einer Oper von Mozart eröffnet. Das Haus hat einen fünfeckigen Grundriss. Gerade wird es saniert, das heißt, es wird erneuert. Solange wird im Evangelischen Gemeindehaus gespielt. Im Oktober 2027 soll das Theater wieder eröffnen. Warst du schon einmal in einem Theater?

Quellen

Koordinaten: 50.04584, 10.22665 · auf der Karte

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