Stadtohr

Stadtrundgang Schwäbisch Gmünd · Station 13 von 16

Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd

1578 · archiv, fachwerk, lateinschule, stadtgeschichte

Ausführlich

Sie stehen vor dem Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Augustinerstraße 3, am Münsterplatz. Das Archiv gilt als das älteste bestehende Amt der Stadt. Schauen Sie zuerst auf das Haus. Das Fachwerkhaus wurde 1578 als städtische Lateinschule zwischen Münsterplatz und Augustinerkloster errichtet, unter dem Bürgermeister Paul Goldstainer. Den Grundstein bewahrt das Museum im Prediger auf. Von 1803 bis 1932 war hier die Stadtschreiberei, von 1832 bis 1881 eine evangelische Volksschule. 1891 wurde das Haus zum Evangelischen Vereinshaus umgebaut. Zunächst erwarb die Evangelische Kirche es 1940 zum Abbruch, doch die Stadtverwaltung sprach es dem Archiv zu, das seit 1939 hier ansässig war. Seit 1955 wird das Gebäude nur noch als Archiv genutzt. Die Geschichte des Archivs beginnt früh. 1337 wird der Stadtschreiber Berthold erwähnt, Urkunden gibt es schon aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Der Stadtschreiber führte mit den Stettmeistern die städtischen Wahlen durch, wie das Eidbuch von 1468 festhält. Bis Anfang des 17. Jahrhunderts war er auch Verwaltungschef, Jurist und Archivar. Von 1725 bis 1739 ordnete Johann Jakob Dudeum das Archiv neu. Die Registraturen lagerten im Alten Rathaus, das Restarchiv in der Grät. Dann ging vieles verloren. Ab 1828 vernichtete man Dokumente aus dem 14., 15. und 16. Jahrhundert, darunter wertvolle Ratsprotokolle. 1916 entging das Restarchiv knapp der Verwendung als Altpapier für die Kriegswirtschaft. 1928 fand der Gmünder Bürger Albert Deibele, der spätere Stadtarchivar, im Prediger und im Rathaus Reste des alten Archivs und begann, sie zu sammeln. Ab 1930 baute man das Archiv wieder auf. Es zog durch mehrere Gebäude, lagerte im Prediger, im Rathaus und in der Fuggerei, bevor es hier ankam. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Stadtarchivar Deibele suspendiert; er war wegen seiner Teilnahme am Fronleichnamszug und des weltanschaulichen Unterrichts seiner Kinder in die Kritik geraten. 1943 brachte man das Archiv in den Salzstock in Kochendorf, wo es bis 1947 blieb. Heute verwahrt das Archiv rund viertausend laufende Meter Archiv- und Sammlungsgut und achtundvierzigtausend Bibliotheksmedien. Dazu gehören rund dreitausendfünfhundert Grafiken, Aquarelle und Zeichnungen und eine Sammlung historischer Ansichtskarten. Weil der Platz nicht reicht, nutzt man seit den 1990er-Jahren Notmagazine; in ihnen liegt etwa ein Viertel aller Bestände.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Stadtarchiv, Augustinerstraße 3. Das Fachwerkhaus wurde 1578 als städtische Lateinschule gebaut. Das Archiv selbst gilt als das älteste bestehende Amt der Stadt. 1337 wird der Stadtschreiber Berthold erwähnt, Urkunden gibt es schon aus dem späten 13. Jahrhundert.

Für Kinder

Dieses Haus bewahrt das Gedächtnis der Stadt. In einem Archiv liegen alte Urkunden und Akten. Das Gmünder Archiv gilt als das älteste Amt der Stadt. Das Haus selbst wurde 1578 als Schule gebaut, in der man Latein lernte. Später sollte es sogar abgerissen werden, aber die Stadt rettete es. Im Zweiten Weltkrieg brachte man die Akten in einen Salzstock, dort lagen sie bis 1947. Was würdest du aufheben, wenn du ein Archiv für deine Familie hättest?

Quellen

Koordinaten: 48.798658, 9.795615 · auf der Karte

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