Stadtohr

Stadtrundgang Schwäbisch Gmünd · Station 16 von 16

Kapitelshaus

1765 · rokoko, kollegiatstift, kapitelshaus, münsterplatz

Ausführlich

Sie stehen vor dem Kapitelshaus, Münsterplatz 7. Es ist ein Bauwerk des Rokoko, und es ist die letzte Station dieses Rundgangs. Von 1765 bis 1803 beherbergte es das Kapitel des Gmünder Kollegiatstiftes. Die Geschichte beginnt 1508. Damals verkaufte die Witwe Anna Müller das Haus neben dem Pfarrhof an die örtliche Priesterbruderschaft. Die Bruderschaft nutzte es als Bibliothek und als Lager für Früchte und Gerät. 1761/62 wurde das Gmünder Kollegiatstift gegründet. Die Stadtpfarrkirche, das heutige Münster, wurde damit zur Stiftskirche. Der erste Stiftsdekan, Johann Josef Doll, beauftragte einen Neubau, denn das alte Haus war baufällig. Die Aufsicht führte der Prokurator Franz Xaver Debler, Baumeister war der Gmünder Stadtbaumeister Johann Michael Keller. Ende 1763 riss man das alte Haus ab, am 2. April 1764 wurde der Grundstein gelegt. Der Neubau stand auf den Fundamenten des Vorgängers, den Gewölbekeller des älteren Renaissancebaus behielt man bei. 1765 war er fertig. Man bezeichnet ihn als Musterbau eines Gmünder Rokokohauses. Schauen Sie auf das Rokokoportal. Im ersten Obergeschoss erstreckt sich über die ganze Hausbreite der Kapitelsaal, mit Rocaillestuck von Lauretin Hieber. Der Schrank an der Ostseite und das Tafelbild mit dem Auferstandenen in der Vorhölle stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Stiftskanoniker Josef Ignaz Stahl stiftete eine umfangreiche Bibliothek, und im oberen Stockwerk war ein Fruchtkasten untergebracht. 1803 löste man das Stift im Zuge der Säkularisation auf. Das Haus diente nun als Wohnraum und Kanzlei der Katholischen Kirchenpflege. 1859 baute man den Fruchtkasten zur Wohnung aus. 1984 und 1985 wurde das Kapitelshaus umfassend saniert. Heute ist es Gemeindehaus der Münstergemeinde, mit Jugend- und Gruppenräumen, Festsaal und dem Kirchlichen Archiv. Damit sind wir am Ende. Wir haben mit dem Münster begonnen, mit einer Kirche ohne Türme. Wir haben Klöster gesehen, die aufgehoben wurden, und Häuser, die zum Rathaus, zur Kaserne oder zum Gefängnis wurden. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Kapitelshaus am Münsterplatz, einem Bau des Rokoko. Hier hatte von 1765 bis 1803 das Kapitel des Gmünder Kollegiatstifts seinen Sitz. Der Grundstein wurde am 2. April 1764 gelegt. Heute ist es Gemeindehaus der Münstergemeinde. Hier endet der Rundgang.

Für Kinder

Das Kapitelshaus ist die letzte Station unseres Rundgangs. Hier hatte von 1765 bis 1803 das Kapitel des Kollegiatstifts seinen Sitz. Ein Kapitel ist eine Gemeinschaft von Geistlichen. Das Haus wurde 1764 begonnen und 1765 fertig. Im großen Kapitelsaal im ersten Stock gibt es Rocaillestuck, eine Verzierung im Stil des Rokoko. Im Haus liegt außerdem ein Archiv der Kirche. Hast du etwas gefunden, das du dir von diesem Rundgang merken willst?

Quellen

Koordinaten: 48.7986, 9.7971 · auf der Karte

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