Stadtohr

Stadtrundgang Rostock · Station 12 von 17

Blücherdenkmal

1819 · denkmal, blücher, goethe, kriegsende

Blücherdenkmal
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Blücherdenkmal, dem ältesten Blücherdenkmal Deutschlands. Es erinnert an Gebhard Leberecht von Blücher, den antinapoleonischen Befreiungskämpfer, Rostocks ersten Ehrenbürger. Das klassizistische Standbild wurde nach einem Entwurf von Johann Gottfried Schadow errichtet und am 26. August 1819 enthüllt. Zum Jahr gibt es zwei Angaben: An anderer Stelle ist von 1821 die Rede. Ich nenne Ihnen die ältere. Schauen Sie die Figur an. Sie ist überlebensgroß und zeigt Blücher ohne Kopfbedeckung, mit wallendem Mantel, auf der Brust ein Löwenfell mit Kopf. In der rechten Hand trägt er den Marschallstab, in der linken den Pallasch der Husaren. Der Sockel hat vier Bronzereliefs: vorn das Familienwappen mit der Widmung „Dem Fürsten Blücher von Wahlstatt die Seinigen“, rechts die Schlacht von Ligny, in der Blücher mit dem Pferd stürzte und von Napoleon besiegt wurde, links die Schlacht bei Belle-Alliance, heute als Waterloo bekannt, in der Blücher Napoleon besiegte. Auf der Rückseite steht ein Gedicht von Goethe: „In Harren und Krieg, in Sturz und Sieg, bewusst und groß, so riss er uns von Feinden los.“ Die Geschichte beginnt mit einer Falschmeldung. Am 22. Juli 1814 berichtete eine Hamburger Zeitung, die Stadt Rostock plane ein Denkmal für Blücher, die Kaufleute hätten schon 2500 Taler gesammelt. Andere Blätter übernahmen die Meldung, und Blücher bedankte sich schriftlich. In Rostock war von einem Plan nichts bekannt, die Meldung war frei erfunden. Doch durch den öffentlichen Druck wandte sich der Rat an die Fürstenhäuser, und im Dezember 1814 stand die Finanzierung. Schadow bekam den Auftrag und zog Goethe zu Rate, der auf Bitten des Rates den Spruch auf der Rückseite verfasste. Blücher selbst stand dem Vorhaben eher zurückhaltend gegenüber. Die Enthüllung fand am Jahrestag der Schlacht an der Katzbach statt. Blücher konnte wegen einer Erkrankung nicht kommen, er starb zwei Wochen später. Auch Schadow fehlte, er erholte sich in Warnemünde, und Goethe erreichte die Einladung zu spät. 1938 wurde das Denkmal um einige Meter versetzt und gedreht. Ursprünglich stand es in der Platzmitte und blickte nach Südosten, zum Geburtshaus des Feldmarschalls. Im Spätherbst 1942 mauerte man das Standbild zum Schutz vor Bomben in der Marienkirche ein. Als die Rote Armee im April 1945 Rostock besetzte, sollte es zerstört werden. Bruno Claußen, der Direktor der Universitätsbibliothek, ließ sich zum Kommandeur führen und erklärte ihm, Blücher sei in den Befreiungskriegen ein Verbündeter, ein Kriegskamerad der Russen gewesen. Das Denkmal blieb unberührt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Blücherdenkmal, dem ältesten Blücherdenkmal Deutschlands. Es erinnert an Gebhard Leberecht von Blücher, den Befreiungskämpfer gegen Napoleon, der in Rostock geboren wurde. Johann Gottfried Schadow entwarf das Standbild, am 26. August 1819 wurde es enthüllt.

Für Kinder

Das ist ein Denkmal für Blücher, einen Feldmarschall, der in Rostock geboren wurde. Er hat gegen Napoleon gekämpft. Die Statue ist aus Bronze und größer als ein echter Mensch. Blücher hat einen wallenden Mantel um und hält einen Marschallstab in der Hand. Der Dichter Goethe hat einen Spruch für den Sockel geschrieben. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Statue in der Marienkirche eingemauert, damit keine Bombe sie trifft. Sie überstand auch das Kriegsende. Warum, glaubst du, wollte man Blücher unbedingt ein Denkmal bauen?

Quellen

Koordinaten: 54.0879, 12.1339 · auf der Karte

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