Sie stehen vor der Schottenkirche St. Jakob, einem bedeutenden Bauwerk hochromanischer Kirchenarchitektur in Süddeutschland. Der Name führt in die Irre. Die ersten Mönche hier kamen aus Irland. Man nannte sie im Volksmund Skoten, und daraus wurde Schottenkirche und Schottenkloster. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts kamen benediktinische Wandermönche aus Irland auf das europäische Festland und lösten die zweite Welle irischer Klostergründungen aus. Noch vor ihnen, von 1050 bis 1070, waren Marianus Scottus und vor ihm sein Landsmann Mercherdach bis nach Regensburg gekommen. Sie bauten südwestlich außerhalb des Stadtgebiets, vor der Arnulfinischen Stadtmauer, das kleine Kloster Weih St. Peter. Weil ihm immer mehr irische Benediktiner nachfolgten, brauchte man mehr Platz. Die Mönche erwarben einen größeren Bauplatz weiter im Westen, und um 1090 wurde dort der Grundstein für ein großes Kloster mit Kirche gelegt. Fertiggestellt wurde es 1150 oder 1193, die Quellen nennen zwei Jahre. Dann kam der Rückschlag: Der Bau war von so schlechter Qualität, dass der Verfall schon dreißig Jahre später begann. Am Ende blieben nur die Kirchtürme und die Nebenapsiden übrig. Ein Neubau wurde um 1150 geplant, begonnen und unter Abt Gregor, der von 1156 bis 1185 amtierte, um 1180 abgeschlossen. Das ist der Bau, vor dem Sie stehen. Gehen Sie zum Nordportal, dem Schottenportal, und nehmen Sie sich Zeit. Es gehört zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Deutschlands, und seit 1999 schützt es ein Glasvorbau. Es ist rundbogig, mit dreistufigem Gewände, und voller Menschen- und Tierfiguren. Was sie bedeuten, weiß niemand. Es gibt viele Deutungen, keine gilt als gesichert. Sicher sagen lässt sich nur, dass der Zyklus das Weltgericht, Himmel und Hölle zum Thema hat. Die zwölf Figuren stellen die Ausgestoßenen dar, denen die Aufnahme ins Himmelreich verwehrt bleibt. Es sind die von der mittelalterlichen Gesellschaft verachteten und stigmatisierten Personen und Gewerbe: Kuppler, Verbrecher, Prostituierte, Gaukler, Tänzerinnen, Prasser und Faule. Wer dieses Portal durchschritt, ging an einer Liste vorbei, auf der stand, wer nicht dazugehört. 1515 ging das Kloster an schottische Benediktiner über. Unter Abt Ninian Winzet, dem Beichtvater Maria Stuarts, erlebte es ab 1577 einen Aufschwung, als Herberge der schottischen Gemeinde, für durchreisende Händler und Rompilger und für die Erziehung junger Schotten. Um 1862 wurde sie dennoch aufgelöst, und Bischof Senestrey richtete hier das Priesterseminar ein. Sein Grab liegt deshalb nicht im Dom, sondern hier, zwischen Haupt- und Volksaltar. Eine Quelle nennt um 1090 als Grundsteinlegung und um 1180 als Fertigstellung, Wikidata nennt 1001. Diese Angabe findet in einer Quelle keine Stütze, und ich sage Ihnen beides.
Sie stehen vor der Schottenkirche St. Jakob. Gebaut haben sie Mönche aus Irland, die man im Volksmund Skoten nannte. Um 1090 wurde der Grundstein für Kloster und Kirche gelegt, der heutige Bau war um 1180 fertig. Bekannt ist vor allem das Nordportal mit seinem rätselhaften Figurenbildwerk.
Diese Kirche heißt Schottenkirche, gebaut haben sie aber Mönche aus Irland. Die Leute damals nannten sie Skoten, daraus wurde Schotten. Die Mönche wanderten weit, bis hierher, und gründeten um 1090 ein Kloster. Der erste Bau war so schlecht gemacht, dass er nach dreißig Jahren zerfiel. Also bauten sie neu, fertig war das um 1180. Geh zum Portal auf der Nordseite. Dort siehst du viele Figuren aus Stein, Menschen und Tiere. Bis heute weiß niemand genau, was sie bedeuten. Welche Figur würdest du dort hinmeißeln?
Koordinaten: 49.018611111, 12.088333333 · auf der Karte