Stadtohr

Stadtrundgang Regensburg · Station 9 von 16

St. Emmeram (Regensburg)

um 780 · basilika, krypta, grabdenkmaeler, barock

Ausführlich

Sie stehen vor St. Emmeram, und Sie stehen damit am Anfang des christlichen Regensburg. Der Überlieferung nach wurde der Wandermönch und spätere Bischof Emmeram von Regensburg gegen 690 in einer Georgskirche an dieser Stelle beigesetzt. Nach seinem Martyrium war er zunächst in Aschheim bei München begraben, nach vierzig Tagen wurde er hierher überführt. Der Kern des heutigen Baus wurde gegen 780 unter Abtbischof Sintpert errichtet, der von 768 bis 791 amtierte. Es war eine flachgedeckte Kirche mit mindestens einer Apsis im Osten, umgeben von einer außenliegenden, gewölbten Ringkrypta, die noch erhalten ist. Eine Confessio gab aus dieser Krypta den Blick frei auf das Grab Emmerams unter dem Hauptaltar. In der Krypta sind Wandmalereien aus der Erbauungszeit erhalten. Schauen Sie am Nordportal auf die drei Steinreliefs: Sie entstanden um 1052, zeigen Jesus Christus, den heiligen Emmeram und den heiligen Dionysius und sind die frühesten ihrer Art in Deutschland. Dann kamen die Brände. 1642 zerstörte ein Brand das Mittelschiff, das Dach, die Inneneinrichtung mit den Malereien und sieben Glocken. Was Sie heute innen sehen, stammt aus der Zeit danach: Von 1731 bis 1733 gestalteten die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam den Raum im Stil des Barocks neu, wobei die Raumverhältnisse des 12. Jahrhunderts beibehalten wurden. Jetzt zu den Gräbern, denn davon lebt dieser Raum. In der Kirche und im nördlich benachbarten Vorgarten gibt es dreiundachtzig Grabdenkmäler. Viele der Verstorbenen kamen aus dem Umfeld des Hofes der Fürsten von Thurn und Taxis, viele hatten eine Verbindung zum Immerwährenden Reichstag, als Gesandte, als Sekretäre oder als deren Angehörige. Fünfunddreißig stehen heute im Vorgarten und stammen vom aufgelassenen Rupertifriedhof, an dem wir vorhin vorbeigegangen sind. Neben dem Dionysiusaltar ist das Grabmal der seligen Königin Hemma in die Wand eingefügt, die 876 starb. Von ihr wird an einer späteren Station noch die Rede sein. Ein Grabmal erzählt eine ganze Familiengeschichte. An der Südwand steht das Denkmal des preußischen Gesandten Ernst Reichsgraf von Metternich. Er war Calvinist und wurde zwei Tage vor seinem Tod am 27. Dezember 1727 katholisch, mit Hilfe seiner Tochter, hinter dem Rücken seiner streng protestantischen Ehefrau. Die Inschrift fordert alle Besucher auf, es ihm nachzumachen und ebenfalls zu konvertieren. Das provozierte die protestantischen Gesandten, die Bevölkerung und vor allem seine Frau. Sie ließ daraufhin auf eigene Kosten ein Epitaph für ihren Sohn errichten, der zehn Jahre zuvor jung gestorben war. Direkt daneben steht das größte Grabmonument der Kirche, fünf Meter hoch, 1777 errichtet für Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis. Dieser Name führt uns zur nächsten Station.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Emmeram, einem um 780 begonnenen Kirchengebäude. Es war die Hauptkirche des Klosters Sankt Emmeram, das 1731 zur Fürstabtei erhoben wurde. Nach der Säkularisation wurde die Abteikirche Pfarrkirche der Stadt. Am 5. März 1964 erhob Papst Paul VI. sie zur Basilica minor.

Für Kinder

Diese Kirche ist sehr alt. Der mittlere Teil wurde um 780 gebaut, das ist über zwölfhundert Jahre her. Hier liegt ein Mann begraben, der Emmeram hieß. Unter der Kirche gibt es eine Krypta, einen Raum unter dem Boden, und dort sind noch Wandbilder aus der Bauzeit zu sehen. Schau am Nordportal nach drei Bildern aus Stein. Sie sind von ungefähr 1052 und die ältesten dieser Art in Deutschland. In der Kirche und im Garten daneben gibt es dreiundachtzig Grabdenkmäler. Kannst du drinnen das größte finden? Es ist fünf Meter hoch.

Quellen

Koordinaten: 49.01537778, 12.09268889 · auf der Karte

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