Stadtohr

Stadtrundgang Regensburg · Station 1 von 16

Regensburger Dom

1275 · kathedrale, gotik, bistum, baugeschichte

Ausführlich

Willkommen in Regensburg. Nehmen Sie sich einen Moment, bevor wir losgehen, und schauen Sie an den Türmen entlang nach oben. Was Sie sehen, ist nicht aus einer Zeit. Der Dom St. Peter ist die Kathedrale des Bistums Regensburg. Das Bistum wurde etwa 739 durch den heiligen Bonifatius errichtet, und bis 975 übte der Abt der Benediktinerabtei St. Emmeram gleichzeitig das Bischofsamt aus. Er wählte als Residenz den Bereich des Nordtors des alten Römerkastells. Dieser Dombezirk wurde danach nie mehr verlegt. Die erste Bischofskirche war wohl eine einfache Saalkirche, um 700 datiert. Ein Brand zerstörte 891 die Stadt und den Dom. In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstand ein romanischer Dom, achtundfünfzig Meter lang. Um 1000 kam eine Erweiterung nach Westen dazu, mit Querhaus, zwei Türmen und einem Atrium, das den Dom mit der Taufkirche St. Johann verband. Die Anlage war nun hundertachtundzwanzig Meter lang. Der nördliche Turm aus dieser Zeit, der Eselsturm, steht heute noch. Nach den Bränden von 1272 und 1273 begann 1275 der Neubau. Und hier wird die Baugeschichte zu einem Nachbarschaftsstreit. Um 1295 wurde Meister Ludwig Dombaumeister und plante über den fertigen Teilen um, nach dem Muster der gotischen Kathedralen Frankreichs. Dann stockte alles. Nach Westen ging es nicht weiter, weil dort die Stiftskirche St. Johann stand und das Stiftskapitel langwierige Verhandlungen durchsetzte. Bis etwa 1360 wuchs deshalb nur das südliche Seitenschiff. Erst 1380 wurde die Fläche freigegeben. Danach arbeitete die Dombauhütte mit Hochdruck: bis etwa 1425 das nördliche Seitenschiff, das Erdgeschoss des Nordturms und das Hauptportal mit seinem Figurenschmuck, 1443 ein neues steiles Dachwerk über dem Mittelschiff. Damit war der Dom überdacht und konnte benutzt werden. Dann fehlte das Geld, die Reformation kam, und ab etwa 1525 ruhte alles. Der geplante Vierungsturm wurde nie gebaut. Bezahlt haben den Bau bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts die Bischöfe und die Bürger der Reichsstadt durch Stiftungen. Als die Wirtschaftskraft der Stadt erlahmte, mussten die Pfarreien des Bistums einspringen, die in der Oberpfalz von der Eisenverhüttung und in Niederbayern von den Ackerböden lebten. Eine Sache sieht man heute nicht mehr: die Farbe. Im Mittelalter war der Innenraum weiß. Im 17. Jahrhundert wurde alles in Goldocker gefasst, um 1700 zu einem Olivgrau abgedunkelt. 1834 ordnete König Ludwig I. eine radikale Reinigung an, bis 1839 wurden alle barocken Altäre außer dem Hochaltar entfernt. Wikipedia nennt 1275 als Baubeginn, Wikidata nennt 1520. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Dom St. Peter, der Kathedrale des Bistums Regensburg. Der Bau des gotischen Doms begann 1275. Ab 1450 war er überdacht und nutzbar. Die beiden Turmhelme kamen erst zwischen 1859 und 1869 dazu.

Für Kinder

Du stehst vor dem größten Gebäude der Stadt, dem Dom. Gebaut haben die Leute daran ab 1275. Fertig war er damals nicht. Nach etwa zweihundert Jahren bekam er ein Dach, dann ging das Geld aus. Die beiden spitzen Turmdächer kamen erst zwischen 1859 und 1869 dazu. Schau dir die Türme an und dann die Wände darunter. Merkst du, dass die Steine nicht gleich aussehen? Niemand hat diesen Dom in einem Stück gebaut.

Quellen

Koordinaten: 49.019460119, 12.098302067 · auf der Karte

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