Stadtohr

Stadtrundgang Ravensburg · Station 11 von 16

Liebfrauenkirche

· kirche, gotik, glasmalerei, chorgestühl

Ausführlich

Sie stehen vor der Liebfrauenkirche am nördlichen Eingang zur Altstadt, einer römisch-katholischen Kirche. Sie wurde zwischen 1279 und 1360 erbaut und ist die zweitälteste Pfarrkirche Ravensburgs. Im Mittelalter war sie dem Kloster Weingarten inkorporiert. 1470 wurde ein zusätzliches Seitenschiff angebaut, und im 15. Jahrhundert verlängerte man die Kirche um drei Joche nach Westen. Beginnen wir beim Chor. Er ist für eine Pfarrkirche ungewöhnlich lang. Das hat einen Grund: Im großen gotischen Chorgestühl versammelte sich im Mittelalter die von der Bürgerschaft getragene Geistlichkeit zum täglichen Chorgebet. Ihre Wohnhäuser geben der benachbarten Herrenstraße bis heute den Namen. Ein Lettner trennte den Chor vom Schiff, seine Fundamente wurden 2010 ausgegraben. Im Hochchor steht ein bedeutender spätgotischer Schnitzaltar von 1519 aus der Schweiz. Er wurde Ende der 1950er Jahre angekauft, nachdem man die neugotische Ausstattung und Ausmalung der Kirche entfernt hatte. Die Glasmalerei: 1415 wurden die Bleiglasfenster im Chor geschaffen. Erhalten sind die mittelalterlichen Glasmalereien in zwei hohen Fenstern und teilweise im Mittelfenster. Das Apostelfenster im Nordosten zeigt in sechs Medaillons die zwölf Apostel mit ihren Symbolen, darüber die zwölf Propheten. Die mittelalterlichen Scheiben im Südostfenster erzählen die Flucht nach Ägypten, den Kindermord in Bethlehem und die Rückkehr der Heiligen Familie nach Nazareth. Im Langhaus befindet sich seit den 1960er Jahren ein Fensterzyklus zu den Sieben Sakramenten von Wilhelm Geyer. Im südlichen Seitenschiff steht die Kopie einer Schutzmantelmadonna. Das Original stammt aus dem Jahr 1480, der Ulmer Student Michel Erhart übergab sie aus Lindenholz. Es ist ein Kunstwerk der spätgotischen Ulmer Schule und befindet sich heute im Bode-Museum in Berlin. Das Sakramentshaus aus Rorschacher Sandstein zeigt in seiner Formensprache Parallelen zum Sebaldusgrab in der Nürnberger Sebalduskirche. Über dem Chorgestühl hängen sechs großflächige Wandgemälde von Gebhard Fugel, mit der Andreaslegende und Szenen aus dem Leben Jesu. Zur Orgel: Die Hauptorgel von 1959 hat 54 Register auf vier Manualen, die Chororgel, auch Marienorgel genannt, wurde 1989 mit 15 Registern gebaut.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Liebfrauenkirche am nördlichen Eingang zur Altstadt. Sie wurde zwischen 1279 und 1360 erbaut und ist die zweitälteste Pfarrkirche Ravensburgs. 1470 kam ein zusätzliches Seitenschiff dazu. Im Hochchor steht ein spätgotischer Schnitzaltar von 1519.

Für Kinder

Diese Kirche ist mehr als sechshundert Jahre alt. Gebaut wurde sie zwischen 1279 und 1360. Der Chor ist besonders lang. Dort sangen und beteten früher Geistliche jeden Tag. Die Glasfenster im Chor sind aus dem Jahr 1415. In einem siehst du sechs Medaillons mit den zwölf Aposteln. Im Seitenschiff steht eine Madonna, eine Kopie. Das Original aus Lindenholz stammt von 1480 und steht heute in Berlin. Kannst du die zwölf Apostel im Fenster finden?

Quellen

Koordinaten: 47.782937, 9.614931 · auf der Karte

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