Sie stehen am Humpis-Quartier, einem spätmittelalterlichen Wohnquartier in der Oberstadt, zwischen Marktstraße, Humpisstraße und Rossbachstraße. Es zählt zu den besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartieren in Süddeutschland und besteht aus sieben Gebäuden, die um einen Innenhof gruppiert sind. Die Ursprünge reichen weit zurück. 2003 fand man bei Ausgrabungen im Innenhof Reste eines Gebäudes aus der Zeit um 1050. Die mehrgeschossigen Turmhäuser in der Marktstraße 45 und der Humpisstraße 1 gehen bis ins 12. und 13. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert wurde grundlegend umgebaut, noch heute sind zahlreiche gotische Räume erhalten. Das Herzstück ist das Haus Marktstraße 45. Schauen Sie auf die Fassade: Sie trägt noch heute das Wappen der Familie Humpis. Die Humpis waren eine einflussreiche Patrizierfamilie. Sie bewohnten das Haus bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, dazu zwei Gebäude dahinter. Im 18. Jahrhundert übernahmen Handwerker die Häuser und nutzten sie als Werkstätten. Auf dem Areal gab es eine Gerberei, eine Hutmacherwerkstatt und eine Schankwirtschaft. Der „Grüne Saal“, Mitte des 19. Jahrhunderts als extravaganter Speisesaal gestaltet, diente mehreren Ravensburger Vereinen als Tagungslokal. Trotz aller Erweiterungen blieb die mittelalterliche Bausubstanz größtenteils erhalten. Wie wurde daraus ein Museum? In den 1980er Jahren entstand die Idee. 1991 gründete sich die Museumsgesellschaft Ravensburg. Als der letzte Humpis-Wirt, Heiner König, 1992 sein Lokal schloss und sich auch die anderen Häuser leerten, konnte die Stadt das Quartier übernehmen. Im Januar 2005 fiel der Beschluss für das Museum, im Juli 2009 wurde es mit einem großen zweitägigen Mittelalterfest eröffnet. Die Dauerausstellung zeigt in rund 60 Räumen die Kulturgeschichte der Stadt, jeweils am Beispiel eines Bewohners. Ein Lederhandwerker steht für das welfische Ravensburg um 1100. Der Kaufmann und Bürgermeister Hans Humpis steht für die Patrizier um 1479. Der Fernhändler war ab 1496 Regierer der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft und pflegte einen aufwendigen, adelsähnlichen Lebensstil. Der evangelische Gerber Johannes Wucherer zeigt das Ravensburg um 1789, in dem Protestanten und Katholiken nebeneinander lebten. Kabinette widmen sich den Schwabenkindern und der Kinderarbeit im 19. und 20. Jahrhundert, der Textilstadt Ravensburg und der Hexenverfolgung in den 1480er Jahren.
Sie stehen am Humpis-Quartier, einem spätmittelalterlichen Wohnquartier mit sieben Gebäuden um einen Innenhof. Es gehört zu den besterhaltenen seiner Art in Süddeutschland und ist nach der Patrizierfamilie Humpis benannt. Seit Juli 2009 ist hier das Museum der Stadtgeschichte untergebracht.
Hier wohnte eine reiche Familie, die Humpis. Sie handelten mit Waren über weite Strecken. Hans Humpis wurde Bürgermeister und lebte fast wie ein Adliger. Später übernahmen Handwerker die Häuser, ein Gerber und ein Hutmacher. Heute ist hier ein Museum mit rund sechzig Räumen. Ein Raum erzählt von den Schwabenkindern. Das waren Kinder, die im 19. und 20. Jahrhundert arbeiten mussten. Schau auf die Fassade vom Haus Marktstraße 45: Dort hängt das Wappen der Familie Humpis. Kannst du es finden?
Koordinaten: 47.7805, 9.6159 · auf der Karte