Sie stehen vor den Neuen Kammern, und damit wieder dort, wo dieser Rundgang begonnen hat, oben am Schloss. Zum Abschluss ein Gebäude, das zweimal etwas anderes war. Zuerst war es ein Gewächshaus. Die Orangerie wurde 1747 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff fertiggestellt, 110 Meter lang, 6,5 Meter hoch, eingeschossig, im Stil des Weinbergschlosses. In sieben Sälen überwinterten die Kübelpflanzen der Schlossterrassen. Suchen Sie die Rampen: Über sie wurden die schweren Gefäße heraus- und hereingefahren, und sie sind das letzte Zeugnis der ursprünglichen Nutzung. Warum Orangen. Bei Friedrich gab es einen familiären Bezug: Seine Urgroßmutter Luise Henriette stammte aus dem Haus Oranien, dessen Wahrzeichen ein Orangenzweig ist. Vor dem Siebenjährigen Krieg mussten mehr als 1000 Orangenbäume in Potsdamer Orangerien überwintern. Im Sommer standen die Säle leer, und der König nutzte sie als Theater, Bankett- und Konzertsaal. Dann der zweite Umbau. Nachdem die Orangenbäume in einem schlichten Ersatzbau untergebracht worden waren, verwandelte Georg Christian Unger das Haus von 1771 bis 1775 in ein Gästeschloss. Aus dem mittleren und den östlichen Sälen wurden vier Festsäle, aus den drei westlichen drei Wohn- und vier Schlafzimmer für Gäste, dahinter Zimmer für die Dienerschaft. Jeder Saal hat einen eigenen Farbklang: farbige Wände, abgestimmte Fußböden aus schlesischem Marmor, an den Wänden aufgereihte Tafelstühle mit Lederkissen, deren Farbe zum Raum passt. Nun nach draußen und nach oben. Über dem Mittelrisalit sitzt eine Figurengruppe von Friedrich Christian Glume. In ihrer Mitte eine Wappenkartusche, über deren Rand Kronos blickt, der Gott der Zeit. Rechts von ihm schwebt die Weltkugel mit einem Band aus Freimaurerzeichen, überwiegend Alchimistenzeichen der Metalle, eine Anspielung auf Friedrichs Freimaurertum und auf die von ihm gegründete Loge zu den drei Weltkugeln. An den Seiten pflanzen Putten oder richten einen Orangenbaum auf, entsprechend der ersten Nutzung des Gebäudes. Die Kuppel kam erst später hinzu, damit die beiden Gebäude neben dem Schloss symmetrisch wirken, so wie die Bildergalerie sie hat. 1749 wurden auf der Terrasse 26 Skulpturen aufgestellt, 22 davon von unbekannten italienischen Bildhauern nach antiken Vorbildern aus Carraramarmor gearbeitet. Ab 1982 wanderten sie wegen ihres schlechten Zustands ins Depot, von 2019 bis 2023 wurden sie restauriert. 1924 wurden die Neuen Kammern als Museum eröffnet, von 1963 bis 1987 waren sie wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen. Damit endet der Rundgang. Sie haben einen Weinberg gesehen, der ein Bauwerk ist, eine Fontäne, die hundert Jahre brauchte, ein Kesselhaus mit Minarett, eine Mühle, die nicht weichen durfte, und ein Gewächshaus, in dem gefeiert wurde.
Sie stehen vor den Neuen Kammern, südwestlich von Schloss Sanssouci. Das Gebäude entstand ab 1747 als Orangerie und diente auch als Theater-, Bankett- und Konzertsaal. Zwischen 1771 und 1775 baute Georg Christian Unger es zu vier Festsälen und einem Gästezimmertrakt um.
Zum Schluss stehen wir wieder dort, wo wir angefangen haben, neben dem Schloss. Dieses lange Haus war zuerst ein Gewächshaus. Hier standen im Winter über tausend Orangenbäume in großen Kübeln, damit sie nicht erfrieren. Siehst du die schrägen Rampen? Über die wurden die schweren Kübel hinein- und hinausgefahren. Im Sommer war das Haus leer. Dann hat der König darin Theater gespielt, Musik gehört und gefeiert. Später wurden daraus Festsäle und Gästezimmer. Jeder Saal hat eine andere Farbe, und der Boden passt immer dazu.
Koordinaten: 52.4036, 13.0356 · auf der Karte