Stadtohr

Stadtrundgang Plauen · Station 10 von 16

Johanniskirche

· kirche, mittelalter, reformation, deutscher-orden

Ausführlich

Sie stehen vor der Johanniskirche, der evangelischen Hauptkirche Plauens. Zu den Wahrzeichen der Stadt gehört sie, neben dem Alten Rathaus. Beginnen wir bei 1122. Graf Adalbert von Everstein hatte hier auf einer Anhöhe eine Kirche gegründet, und Bischof Dietrich I. von Naumburg weihte sie. Die Weiheurkunde ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung Plauens: Dort steht die Siedlung als „Vicus Plawe“. Der Graf stattete die Kirche mit Land in Chrieschwitz aus, bewohnt von vier Smurden, slawischen Unfreien, die als Zinsbauern eingesetzt waren, außerdem mit Wald, Wiesen, Hofstätten und dem halben Ertrag einer Mühle an der Weißen Elster. Wie das erste Gebäude aussah, ist nicht gesichert. 1991 fand man nur wenige Meter südwestlich ein romanisches Sandsteinkapitell von etwa 1180, ein Hinweis, dass die Kirche größer war. 1224 schenkte der Vogt Heinrich der Mittlere die Kirche dem Deutschen Orden, der sich wahrscheinlich 1214 in Plauen niedergelassen hatte. Binnen kurzer Zeit wurde seine Niederlassung in Plauen zu einer der mächtigsten in der Ballei Thüringen. Der Orden ließ ab 1224 vermutlich einen Neubau errichten, von dem die romanischen Teile stammen. Schauen Sie zu den beiden Türmen hinauf. Sie sind 52 Meter hoch, ihre gekuppelten Rundbogenfenster haben spätromanische Formen. Querhaus und Chor entstanden um 1250. In der Nordostecke liegt die Kapelle der Vögte, 1322 erstmals erwähnt. In einer Gruft darunter sind der Sohn Heinrichs III., des Langen, und seine Frau Agnes von Schwarzburg beigesetzt. 1430 verwüsteten die Hussiten die Stadt, auch die Kirche wurde teilweise zerstört. 1473 stürzte der Nordturm teilweise ein, und 1480 bat der Stadtrat den Rat von Eger um einen Werkmeister. Der letzte Komtur des Ordens, Georg Eulner, soll schon 1521 im Sinne Luthers gewirkt haben. 1529 wurde er Superintendent, Plauen bekam damit die erste Superintendentur Kursachsens. Beim großen Stadtbrand am 15. Mai 1548 wurde die Kirche schwer beschädigt. Die Quelle nennt als Auslöser einen Schuss, den ein betrunkener Bürger mitten in der Stadt abgegeben hatte. Beim Wiederaufbau entstand die dreischiffige Hallenkirche, 1556 war er vollendet. 1815 wurden bei einem Umbau die Reste der Innenausstattung entfernt, deshalb hat die Kirche fast keine Originalausstattung mehr. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte von 1951 bis 1963, die letzte Grundsanierung von 1991 bis 2002.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Johanniskirche, der evangelischen Hauptkirche Plauens. Die Weiheurkunde ihrer Vorgängerkirche von 1122 ist die erste Erwähnung Plauens überhaupt. Die ältesten Teile der heutigen Kirche gehören zu einer Basilika, die um 1224 begonnen wurde. Ihre Türme sind 52 Meter hoch.

Für Kinder

Diese Kirche heißt Johanniskirche und ist die evangelische Hauptkirche von Plauen. Schon 1122 stand hier eine Kirche, ihr Name stand in einer Urkunde. In dieser Urkunde taucht zum ersten Mal der Name Plauen auf. Später kamen Ritter vom Deutschen Orden und bauten sie neu. 1548 brannte fast die ganze Stadt ab, auch die Kirche. Ein Schuss, den ein Mann mitten in der Stadt abgefeuert hatte, löste den Brand aus. Danach wurde sie wieder aufgebaut. Schau mal zu den beiden Türmen hinauf. Jeder ist 52 Meter hoch.

Quellen

Koordinaten: 50.49305556, 12.13769444 · auf der Karte

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