Sie stehen vor der Anstaltskirche Sonnenstein, auch Parkkirche genannt. Heute ist sie ein ruinöses und dennoch erhaltenswertes Kirchengebäude. Mit der Heil- und Pflegeanstalt wurde 1817 auch eine erste Anstaltskirche auf der überbauten östlichen Bastion vollendet. Am 31. Oktober 1902 feierte man in ihr den letzten Gottesdienst, 1904 wurde sie abgerissen. Ende des 19. Jahrhunderts fiel die Entscheidung, eine größere Kirche zu bauen. Zwischen Herbst 1900 und 1902 entstand die zweite Anstaltskirche, die Sie vor sich sehen. Die Kirchweihe war am Reformationstag, dem 31. Oktober 1902. Es ist eine Sandsteinkirche mit Hauptschiff und zwei kleinen Seitenschiffen, eine Basilika mit hohem Mittelschiff und niedrigeren Seitenschiffen. Der Außenbau ist neugotisch gestaltet, mit Strebepfeilern und Strebebögen. Den Kirchturm hat man in die südliche Ecke gesetzt. Die Architekturteile bestehen aus hellem, feinkörnigem Cottaer Sandstein, der sich vom dunkleren Postaer Sandstein abhebt. Drinnen schuf der Dresdner Hofmaler Schulze die Ausmalung des Kirchenschiffs und die Deckenmalereien in der Tradition des Jugendstils. Die Kirche hatte 325 Sitzplätze, zur Kirchgemeinde Sonnenstein gehörten damals 932 evangelische Christen. Orgel, Taufstein und Altar stammten aus der Vorgängerkirche. Ursprünglich gab es ein Altarbild, das Lucas Cranach dem Älteren zugeschrieben wurde. 1911 ersetzte man es durch ein Werk von Johann Carl Loth. Dann kam die Tötungsanstalt, an der Sie eben gestanden haben. Mit ihrer Einrichtung wurde die Kirche per staatlicher Verordnung geschlossen, im Frühjahr 1940 wurde die Kirchgemeinde aufgelöst. In der DDR-Zeit nutzte man das Gotteshaus unterschiedlich, zuletzt war es bis 1991 Lager des VEB Strömungsmaschinenbau Pirna. Weil das Bauwerk dabei regendicht gehalten wurde, verfiel es nicht. Die evangelische Kirche bemühte sich in den 1970er Jahren vergeblich, das Gebäude zu bekommen. 1996 erwarb ein Privatmann die Kirche, ihr Zustand besserte sich nicht. Gelegentlich kehrte mit Kulturveranstaltungen als „Kulturkirche Rosenwerk“ kurzzeitig Leben ein. Derzeit gibt es trotz aller Bemühungen keine realistische Aussicht, die Kirche zu sanieren. Hier endet der Rundgang durch Pirna. Danke, dass Sie mitgegangen sind.
Sie stehen vor der Anstaltskirche Sonnenstein, auch Parkkirche genannt. Die Sandsteinkirche entstand von 1900 bis 1902 und wurde am Reformationstag 1902 geweiht. Heute ist sie ruinös, aber erhaltenswert. Hier endet der Rundgang.
Das ist eine Kirche, die zur Heilanstalt gehörte. 1902 wurde sie geweiht und hatte 325 Sitzplätze. Innen waren Decken und Wände im Jugendstil bemalt. 1940 löste man die Kirchgemeinde auf. Später nutzte ein Betrieb die Kirche bis 1991 als Lager, deshalb blieb das Dach dicht. Heute ist sie ruinös, und es gibt keine realistische Aussicht, sie zu sanieren. Kannst du erkennen, dass die Mitte der Kirche höher ist als die Seiten? Hier endet unser Rundgang. Danke, dass du mitgegangen bist.
Koordinaten: 50.96068, 13.94837 · auf der Karte