Stadtohr

Stadtrundgang Passau · Station 6 von 16

St. Michael

1677 · jesuiten, kirche, barock, stuck

Ausführlich

Sie stehen vor St. Michael, der ehemaligen Jesuitenkirche. Heute ist sie die Studienkirche des Gymnasiums Leopoldinum und eine Nebenkirche der Dompfarrei. Die zweitürmige, klar gegliederte Kirchenanlage wurde 1677 errichtet, nachdem der Vorgängerbau ein Opfer des Stadtbrands von 1662 geworden war. Baumeister war Pietro Francesco Carlone. An die Westfassade schließt die Xaverikapelle an. Der Vorgängerbau stand weiter nördlich in der Michaeligasse und war ursprünglich von einem Friedhof umgeben. Er wurde 1301 erstmals urkundlich erwähnt. Wo genau er stand, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Als das Jesuitenkolleg gegründet wurde, überließ man die Kirche dem Orden. Bald zeigte sich, dass sie dessen Anforderungen nicht gerecht wurde. Die neue Kirche sollte zuerst als Nordflügel des Kollegs entstehen. Gebaut wurde sie dann westlich davon. Zwischen 1616 und 1677 nutzten die Jesuiten auch eine Notkirche im Keller des Kollegs. Der Raum dient heute als Lager. Schauen Sie auf die Architektur. St. Michael ist eine tonnengewölbte Wandpfeilerhalle. Zwischen den Wandpfeilern liegen unten Kapellen ohne Fenster und oben Emporen, deren große Fenster den ganz in Weiß gehaltenen Saal hell beleuchten. Eine Eigenheit ist, dass die Gewölbe auf volutenförmigen Konsolen ansetzen und nicht, wie sonst üblich, auf der obersten Gebälklage der Wandpfeiler. Den Raum zeichnen sichere Proportionen und eine massive Mauerschwere aus. Und die Ausstattung. Der Hochaltar wurde 1712 von Jakob Pawanger nach einem Entwurf des Jesuiten Christoph Tausch errichtet. Die Engelsfiguren schuf Diego Carlone. Das Altarblatt, das den Engelssturz darstellt, malte 1714 Carlo Innocenzo Carlone. Die üppigen Stuckaturen stammen von Giovanni Battista Carlone, aus den Jahren 1675 bis 1677. Die sechs Seitenaltäre sind von 1678, die Kanzel entstand zwischen 1715 und 1720. Die Orgel baute 1973 Ludwig Eisenbarth, mit 25 Registern auf zwei Manualwerken und Pedal.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Michael, der Studienkirche, einst Kirche des Jesuitenkollegs. Der Bau von Pietro Francesco Carlone entstand 1677, nachdem der Vorgängerbau dem Stadtbrand von 1662 zum Opfer gefallen war. Heute gehört die Kirche zum Gymnasium Leopoldinum.

Für Kinder

Diese Kirche gehörte zu einer Schule der Jesuiten. Heute ist sie die Studienkirche des Gymnasiums Leopoldinum. Innen ist alles weiß, und an den Wänden sind viele Stuckverzierungen. Gebaut wurde sie 1677. Die Kirche davor war beim Stadtbrand 1662 verloren gegangen, sie wird schon 1301 in einer Urkunde erwähnt. Zwischen 1616 und 1677 hatten die Jesuiten auch eine Notkirche im Keller ihres Kollegs. Heute ist dort ein Lagerraum. Das Bild auf dem Hochaltar zeigt, wie Engel stürzen. Hättest du in einem Keller Gottesdienst feiern wollen?

Quellen

Koordinaten: 48.5737, 13.4698 · auf der Karte

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