Stadtohr

Stadtrundgang Nordhausen · Station 5 von 15

Stadtarchiv Nordhausen

· archiv, stadtgeschichte, wiederaufbau, archivpreis

Ein großes, hell verputztes Haus mit steilem, rotem Ziegeldach. Links erstreckt sich ein langer Flügel mit zwei Reihen kleiner Dachgauben, rechts steht ein Querbau mit hohem Giebel. Die Fenster stehen in gleichmäßigen Reihen, an manchen hängen Blumenkästen. Davor stehen junge Bäume.
Foto: Michael Sander, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein großes, hell verputztes Haus mit steilem, rotem Ziegeldach. Links erstreckt sich ein langer Flügel mit zwei Reihen kleiner Dachgauben, rechts steht ein Querbau mit hohem Giebel. Die Fenster stehen in gleichmäßigen Reihen, an manchen hängen Blumenkästen. Davor stehen junge Bäume.

Ausführlich

Sie sind noch am Neuen Rathaus. Hier hat seit dem Sommer 1997 das Stadtarchiv Nordhausen seinen Sitz, das Archiv der Stadtverwaltung. Seine Anfänge lassen sich nicht zweifelsfrei rekonstruieren, sie reichen vermutlich bis in das 13. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich ging die Archivbücherei aus der einstigen Ratsbücherei des 16. Jahrhunderts hervor. Der Gymnasialprofessor und Heimatforscher Ernst Günther Förstemann, 1788 bis 1859, betreute nebenamtlich Archiv und Bibliothek und trug dazu bei, dass der Bestand erstmals systematisch geordnet wurde. Ende der 1910er Jahre umfasste die Historische Bücherei, die dem Archiv diente, etwa 2.400 Bände. Im Jahr der Jahrtausendfeier 1927 zogen das Archiv und die Historische Bücherei in das einstige Stadtgefängnis in der Mauerstraße 15. Unter dem Studienrat und Heimatforscher Hans Silberborth wurde die Archivbücherei 1939 neu geordnet, den modernen Grundsätzen angepasst und katalogisiert. Dann kam der April 1945. Bei den Luftangriffen auf Nordhausen am 3. und 4. April wurde das Archivgebäude vernichtet. Akten, Chroniken und andere Handschriften waren in den Kellerräumen der Sparkasse ausgelagert worden. Sie wurden Anfang Mai 1945 größtenteils durch Plünderungen vernichtet. Teile der wissenschaftlichen Bibliothek und Zeitungsbände wurden im Waisenhaus ausgelagert und von Nordhäusern vor den Plünderern im Keller der Heinrich-Mittelschule verborgen. Silberborth versuchte in den Nachkriegsjahren unter größten menschlichen Anstrengungen, den Bestand zu retten. 1947 wurde der bescheidene Rest der einst stattlichen Archivbücherei wieder geordnet zur Verfügung gestellt. Nahezu alle Urkunden überstanden den Krieg. Verluste gab es bei den Akten, sehr große Verluste bei den Amtsbüchern und sonstigen gebundenen Handschriften, bei Innungsakten und Chroniken. Silberborth starb 1949. Robert Hermann Walther Müller wurde sein Nachfolger, ab 1952 hauptamtlich. Im Februar 1952 zog das Archiv in zunächst drei Zimmer des neu entstandenen Alten Rathauses, 1975 in das Obergeschoss des Walkenrieder Hofes in der Waisenstraße, im Sommer 1997 dann in das Neue Rathaus. Am 20. Oktober 2025 erhielt das Archiv den Thüringer Archivpreis, vergeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Landesverband Thüringen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Kurzfassung

Sie sind noch am Neuen Rathaus. Hier hat seit 1997 das Stadtarchiv Nordhausen seinen Sitz, das Archiv der Stadtverwaltung. Seine Anfänge reichen vermutlich bis ins 13. Jahrhundert zurück. 2025 erhielt es den Thüringer Archivpreis.

Für Kinder

Du bist an einem Haus, in dem alte Papiere aufbewahrt werden: dem Stadtarchiv. Ein Archiv ist wie ein Gedächtnis der Stadt. Hier liegen Urkunden, Akten und Chroniken. Bei den Luftangriffen im April 1945 wurde das damalige Archivgebäude zerstört, und viele Akten gingen verloren. Aber fast alle Urkunden blieben erhalten. Ein Heimatforscher namens Hans Silberborth versuchte danach, den Rest zu retten. Im Jahr 2025 hat das Archiv einen Preis bekommen, den Thüringer Archivpreis. Was würdest du gern in einem Archiv aufbewahren?

Quellen

Koordinaten: 51.50149, 10.79356 · auf der Karte

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