Sie stehen vor dem Stadtweinhaus, und ich fange unten an, in den Fundamenten. Beim Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hauses, 1956 und 1957, fand man im Bereich der Fundamente einen Schatz. Er bestand aus etwa zweitausend Silbermünzen sowie zwanzig Spangen und Schließen. Versteckt worden war er vor 1348, wahrscheinlich von einem Gold- oder Silberschmied. Die Münzen stammten hauptsächlich aus Westfalen, der Schmuck aus dem Einzugsgebiet der Hanse. Jemand hat also im 14. Jahrhundert sein Vermögen in den Boden gelegt und es nicht mehr geholt. Sechshundert Jahre später hob ein Bautrupp es aus. Nun das Haus. Während das Rathaus an seinem heutigen Standort bereits 1250 urkundlich nachweisbar ist, wurde das Stadtweinhaus erst 1615 errichtet, an der Stelle zweier älterer Hausgrundstücke. Dort hatten Steingebäude gestanden, die wahrscheinlich der Speicherung von Handelswaren gedient hatten. Das nördliche Grundstück hatte die Stadt bereits 1603 für den städtischen Weinschenk angemietet, weil es nah am Weinhof lag, dem heutigen Syndikatsplatz. Erbaut wurde das Haus 1615 und 1616 unter dem Ersten Bürgermeister Bernhard II. von Droste zu Hülshoff durch Johann von Bocholt. Es ist das einzige noch erhaltene Nebengebäude des Rathauses und steht nördlich davon, nur durch eine schmale Gasse getrennt. Jetzt der Wein, und er ist kein Nebenthema. Das Haus diente als Lagerhaus für den Wein der Stadt, der zuvor in den Kellern des Rathauses gelagert wurde. Es unterstand einem Ratsherrn, der Weinherr genannt wurde; dieses Amt hatte im Jahr 1600 auch der Bauherr Bernhard II. bekleidet, bevor er Erster Bürgermeister wurde. Vom Weinherrn zum Bürgermeister, und dann baut er das Weinhaus. Im Handel mit Rheinwein spielte Münster jahrhundertelang eine wichtige Rolle, als Hansestadt und als Vorort des westfälischen Hansequartiers, zu dem auch Dortmund, Osnabrück und Soest gehörten. Später wechselte die Nutzung. Ab dem Jahr 1843 wurde die Stadtwache hier einquartiert; sie hatte zuvor im Rathaus selbst gesessen, seit der Niederlage der Stadt gegen Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen im Jahre 1661. Vor dem Haus stand außerdem die Stadtwaage, die in anderen Städten normalerweise im Rathaus untergebracht war. Beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren wurde die Fassade mit leicht vereinfachten Zierelementen wiederhergestellt, in Anlehnung an die historische Bausubstanz. Heute erinnert eine Weinschenke im Erdgeschoss an die alte Aufgabe. Im ersten Obergeschoss gibt es einen Übergang, der den Festsaal des Rathauses mit dem großen Saal des Stadtweinhauses verbindet, sodass sich beide Räume zusammenschalten lassen. Schauen Sie nach dem Balkon. Von ihm aus begrüßt der Oberbürgermeister den Rosenmontagszug.
Sie stehen vor dem Stadtweinhaus am Prinzipalmarkt, dem Nebengebäude des historischen Rathauses. Errichtet wurde es 1615, an der Stelle zweier älterer Hausgrundstücke. Es diente als Lagerhaus für den Wein der Stadt. Heute liegt im Erdgeschoss eine Weinschenke, im ersten Obergeschoss ein Übergang zum Rathaus.
Dieses Haus steht neben dem Rathaus und heißt Stadtweinhaus. Hier lagerte früher der Wein, der der Stadt gehörte. Gebaut wurde es im Jahr 1615. Jetzt kommt die beste Geschichte dieses Hauses. Nach dem Krieg musste es wieder aufgebaut werden. Dabei gruben die Arbeiter im Boden und fanden einen Schatz: etwa zweitausend Münzen aus Silber und zwanzig Schmuckstücke. Jemand hatte sie vor über 600 Jahren dort versteckt, wahrscheinlich ein Goldschmied. Er hat sie nie wieder abgeholt. Warum er nicht zurückkam, weiß niemand. Was hättest du gemacht, wenn du den Schatz gefunden hättest?
Koordinaten: 51.9617136, 7.6282202 · auf der Karte