Sie stehen vor dem Rathaus Abtei, und der Name sagt die ganze Geschichte in zwei Wörtern. Hier arbeitet der Oberbürgermeister von Mönchengladbach, und zwar in den Klostergebäuden der ehemaligen Benediktinerabtei St. Vitus. Der Bau der Abtei begann 1663 und war um 1705 beendet. 1802 wurde das Kloster nach der Besetzung durch französische Truppen säkularisiert, also verstaatlicht. Was dann kam, ist der nüchternste Teil: Von 1805 bis 1835 wurde in den Klostergebäuden eine Spinnerei betrieben. Mönchengladbach wurde im 19. Jahrhundert zur Textilstadt, und sie fing in der Abtei an. 1835 kaufte die Stadt das Hauptgebäude. Sie hatte gerade ihr altes Rathaus auf dem Markt abgerissen und brauchte Amtsräume. Nach und nach erwarb sie auch alle anderen Gebäude der früheren Abtei, und sie nutzt sie bis heute für Teile der Verwaltung. Gehen Sie um den Bau herum. Es ist ein zweigeschossiger Komplex aus vier Trakten um einen rechteckigen Innenhof, Ziegelmauerwerk über einem Bruchsteinsockel aus Liedberger Sandstein, unter Satteldächern mit altdeutscher Schiefereindeckung und teils sehr kleinen Gauben. Das älteste Bauteil ist der siebenachsige Nordflügel mit dem Durchfahrtsportal in der Mitte seiner Schaufassade, die dem Markt zugekehrt ist. Der West- und der Südflügel entstanden erst unter Abt Petrus Knor, der von 1703 bis 1725 amtierte. Durch das barocke Durchfahrtsportal aus Drachenfels-Trachyt kommen Sie in den Innenhof; an seiner Nordseite liegt eine Laube aus je drei Gewölbejochen zu beiden Seiten des Torwegs. Der Ostflügel ist zum Innenhof hin vierzehnachsig, und in seiner Bausubstanz ist er noch rudimentär als mittelalterlich zu bewerten. Die Kellergewölbe des Ratskellers gehören wahrscheinlich noch der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an. Hier stehen Sie also auf der Zeit vor dem Barock. Wegen der Hanglage sind die Stützmauern bastionsartig ausgebildet, mit Zugangstreppen zur Weiherstraße und zum Geropark. Auf dem auslaufenden Mauerstück zwischen Weiherstraße und Rathausstraße steht eine Skulptur, dem Marktplatz zugewandt: der legendäre Graf Balderich, Anfang des 20. Jahrhunderts aus Muschelkalk geschaffen von Emil Hollweg, dessen Gesichter Sie am Wasserturm gesehen haben. Balderich soll nach der Legende lange vor der Abtei eine Kirche auf diesem Hügel gebaut haben. Mehr dazu an der nächsten Station. Eingetragen wurde das Rathaus Abtei am 24. September 1985 unter der Nummer R 018, einschließlich der Freiflächen von Rathausplatz und Münsterplatz. Wikidata nennt für dieses Objekt das Jahr 901. Eine Quelle datiert den Bau der Klostergebäude auf 1663 bis etwa 1705, und die Gründung der Abtei selbst fällt nach dem Münster-Quelle auf etwa 974. Ich nenne Ihnen die älteste Angabe und sage dazu, dass es mehrere gibt.
Sie stehen vor dem Rathaus Abtei in der Rathausstraße 1. Es sitzt in den Klostergebäuden der ehemaligen Benediktinerabtei St. Vitus. Gebaut wurden sie von 1663 bis etwa 1705. Heute ist hier der Dienstsitz des Oberbürgermeisters.
Hier arbeitet der Bürgermeister von Mönchengladbach. Sein Haus war früher ein Kloster. Mönche haben es ab 1663 gebaut. 1802 kamen französische Soldaten, und das Kloster wurde geschlossen. Danach passierte etwas Ungewöhnliches: In den Klosterräumen wurde Stoff gesponnen, dreißig Jahre lang. 1835 kaufte die Stadt das Haus und machte ein Rathaus daraus. Geh durch das große Tor in den Innenhof. Unter dem Ostflügel ist ein Keller, der noch viel älter ist, aus dem 14. Jahrhundert. Draußen an der Mauer steht eine Figur: Graf Balderich. Von ihm erzählt eine Sage, er habe hier als Erster eine Kirche gebaut. Was würdest du aus einem leeren Kloster machen?
Koordinaten: 51.1928, 6.43111 · auf der Karte