Willkommen in Mönchengladbach. Wir beginnen oben, auf dem Abteiberg. Dieser Hügel ist der Grund, dass es die Stadt gibt: 974 wurde hier eine Abtei gegründet, und der Stadtname leitet sich von den Mönchen ab, die seit 974 in Gladbach siedelten. Zum Münster kommen wir am Ende des Weges. Jetzt geht es um das Haus neben dem Münster. Das Museum Abteiberg wurde nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit 1982 unter großer öffentlicher Anteilnahme eingeweiht. Es gilt als eines der Hauptwerke von Hans Hollein und als einer der Gründungsbauten der internationalen Postmoderne. Mit ihm beginnt eine Entwicklung, in der das Museumsgebäude selbst als Kunstobjekt behandelt wird. Danach folgten in Deutschland die Staatsgalerie Stuttgart von 1984, das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt von 1985, das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt von 1991, ebenfalls von Hollein, und das Kunstmuseum Bonn von 1992. Frank O. Gehry sagte, ohne diesen Bau wäre sein Guggenheim-Museum in Bilbao wohl nicht denkbar gewesen. Gehen Sie ein paar Schritte am Hang entlang und sehen Sie, wie sich das Haus in die Schräge legt. Nun die Sammlung, und mit ihr eine Lücke. Seit 1887 trug die Stadt Objekte für eine stadtgeschichtliche Sammlung zusammen, ab 1901 wurden sie geordnet, katalogisiert und im Rathaus gezeigt. 1922 stiftete Walter Kaesbach seiner Heimatstadt siebenundneunzig Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen der expressionistischen Kunst, unter der Auflage einer angemessenen Präsentation. Darunter waren Arbeiten von Lyonel Feininger, Erich Heckel, Heinrich Nauen, Emil Nolde und Christian Rohlfs. Weil es an Räumen fehlte, hing die Sammlung zwischenzeitlich in Krefeld. Erst ab 1928 konnte sie hier angemessen gezeigt werden, im Karl-Brandts-Haus, inzwischen erweitert um Werke von Kirchner, Lehmbruck, Macke, Mueller, Pechstein und Schmidt-Rottluff. 1937 wurde im Zuge der Aktion Entartete Kunst der überwiegende Teil der Stiftung beschlagnahmt. Sieben Werke blieben. Sieben, von siebenundneunzig: darunter ein Blumenstillleben von Heinrich Nauen und drei Pinselzeichnungen Emil Noldes. 1944 wurden Teile der Sammlung in Schlösser bei Brilon und Willebadessen ausgelagert. Heinrich Dattenberg, ab 1945 Direktor, führte die verstreuten Bestände zusammen und versuchte, Beschlagnahmtes zurückzukaufen oder zu ersetzen. 1956 gelang ihm der umstrittene Ankauf von Alexej von Jawlenskys Dame mit blauem Hut. Weil die Preise für Expressionisten stiegen und der Ankaufsetat niedrig war, verlegte sich das Haus auf zeitgenössische Kunst. Heute hängen hier Arbeiten von Joseph Beuys, Richard Serra, Andy Warhol, Sigmar Polke, Gerhard Richter und anderen. Ein eindeutiges Gründungsjahr gibt es nicht. Eine Quelle nennt 1904 als in der Literatur bevorzugtes Datum, alternativ 1901, und 1902 wurde der Museumsverein gegründet. Wikidata nennt 1902. Ich nenne Ihnen die älteste Angabe und sage dazu, dass es mehrere gibt.
Sie stehen vor dem Museum Abteiberg, direkt neben dem Münster. Der Neubau wurde 1982 eingeweiht, nach zehn Jahren Planung und Bau. Entworfen hat ihn der Wiener Architekt Hans Hollein. Gezeigt wird Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.
Du stehst vor einem Museum für moderne Kunst. Gebaut wurde es zwischen 1972 und 1982, mitten in einen steilen Hang hinein. Der Architekt hieß Hans Hollein und kam aus Wien. Viele finden: Nicht nur die Bilder darin sind Kunst, sondern auch das Haus selbst. Ein berühmter Architekt aus Amerika hat sogar gesagt, ohne dieses Haus hätte er sein eigenes Museum in Spanien nicht bauen können. Im Museum fehlen aber viele Bilder. 1922 schenkte ein Mann der Stadt siebenundneunzig Kunstwerke. 1937 nahmen die Nationalsozialisten fast alle weg. Nur sieben blieben übrig. Wie würdest du ein Museum in einen Berg bauen?
Koordinaten: 51.192778, 6.433056 · auf der Karte