Stadtohr

Stadtrundgang Mönchengladbach · Station 2 von 16

Kirchplatz 6

· kirchplatz, backstein, denkmal

Ausführlich

Sie stehen am Kirchplatz 6. Diese Station gilt der ganzen Häuserzeile, denn die fünf Häuser, an denen wir heute noch vorbeikommen, erklären sich nur gemeinsam. Die Zeile besteht aus sieben Reihenhäusern mit den Nummern 6 bis 13. Sechs davon, die Nummern 6 bis 11, erfüllen die Voraussetzungen für den Denkmalschutz. Die Zeile liegt auf dem höchsten Punkt des Abteibergs, auf der Südseite der spätgotischen Hauptpfarrkirche, und sie steht dort nicht zufällig. Sie schließt den Kirchplatz nach Süden gegen das Gefälle zur Abteistraße ab, und zwar anstelle einer Böschungsmauer, die den ehemaligen Kirchhof begrenzte und in der Urkarte von 1812 und 1813 noch dokumentiert ist. Die Häuser haben also die Aufgabe einer Mauer übernommen. Jetzt das Haus selbst. Es ist zweigeschossig, in unverputztem Backstein unter Ziegeldach errichtet, und es hat drei Fensterachsen. Über einem glatt gemauerten Sockel aus Liedberger Sandstein mit querrechteckigen Kellerfenstern folgen Erdgeschoss und Obergeschoss, die zwei waagerechte Backsteinbänder in Friesform voneinander trennen. Die hochrechteckigen Fenster haben einen scheitrechten Sturz, also einen flachen, und ihre Sohlbänke sind aus Liedberger Sandstein gehauen. Der Hauseingang liegt in der Mittelachse und hat eine Rahmung aus demselben Stein. Die zweiflügelige Haustür ist original erhalten; sie liegt zurückversetzt und ist über drei Blockstufen aus Basaltlava zu erreichen. Gehen Sie hinunter zur Abteistraße und drehen Sie sich um. Von dort sehen Sie, was den Kirchplatz trägt: eine verputzte Stützmauer aus Backstein, zur Abteistraße hin in sechs Felder geteilt. Pilaster mit Rauputzrustika gliedern sie, ihre Kapitelle laufen in eine Art Kissen aus, das als Rundstab entlang des oberen Mauerabschlusses weitergeführt ist. Die Wandfelder haben breite geriefte Rahmen und glatt verputzte Spiegel, im dritten Feld von Westen sitzt ein balkonartiger Ausbau auf vier Konsolen. Zur Propst-Kauff-Stiege hin bleibt die Mauer backsteinsichtig und hat eine giebelförmige Schrägverdachung. Am Haus Nummer 6 kragt sie leicht gegenüber dem Nachbarhaus vor, wodurch die Ecke betont wird. Ihr Baujahr dürfte um 1890 bis 1900 liegen, sagt eine Quelle. Und ein kleines Rätsel zum Mitnehmen: In dem modernen Gitter über der Mauer hat sich an dieser Stelle eine Sandsteinplatte erhalten, mit Sonnenstrahlen und den Initialen M und P. Wofür sie stehen, ist in einer Quelle mit einem Fragezeichen vermerkt. Ich nenne Ihnen die Buchstaben und nicht ihre Bedeutung.

Kurzfassung

Sie stehen am Kirchplatz 6, auf dem höchsten Punkt des Abteibergs. Das Wohnhaus entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es gehört zu einer geschlossenen Zeile von Reihenhäusern südlich der Hauptpfarrkirche. Am 21. Juni 2006 kam es als Nummer K 087 in die Denkmalliste der Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor einem Reihenhaus aus Backstein. Es ist etwa zweihundert Jahre alt. Daneben stehen noch mehr davon, alle in einer Reihe. Diese Reihe hat eine Aufgabe: Sie hält den Platz vor der Kirche oben. Dahinter geht es nämlich steil nach unten. Früher stand hier nur eine dicke Mauer. Dann baute man Häuser, die die Arbeit der Mauer übernahmen. Schau dir die Haustür an. Sie ist noch die alte, und du musst drei Stufen hochgehen. Die Stufen sind aus Basaltlava, einem Stein aus einem Vulkan. Würdest du in einem Haus wohnen wollen, das einen Platz festhält?

Quellen

Koordinaten: 51.1933, 6.43244 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.