Stadtohr

Stadtrundgang Mönchengladbach · Station 4 von 16

Marienschule

· schule, backsteingotik, oberstadt

Ausführlich

Sie stehen in der Wallstraße vor dem Baudenkmal Marienschule, dem ehemaligen Gebäude der Bischöflichen Marienschule. Schauen Sie zuerst auf die Straße, in der Sie stehen, denn ihr Name ist eine Auskunft. Die Wallstraße liegt im Bereich der Oberstadt und verläuft direkt parallel zur alten Wallanlage. Heute ist sie Fußgängerzone und verbindet die Haupteinkaufsstraße Hindenburgstraße mit der Kreuzung von Viersener Straße, Kaiserstraße und Marktstieg. Wer hier geht, geht also an der Linie der alten Stadtbefestigung entlang; den erhaltenen Rest davon sehen wir später am Dicken Turm. Nun das Haus. Es wurde 1895 erbaut, und es ist ein dreigeschossiger Gebäudekomplex in freien Formen der Backsteingotik. Freie Formen heißt: Der Bau nimmt Formen der Gotik auf, ohne sie genau nachzubilden. Gebaut wurde in drei Schritten. 1895 wurde der erste Schultrakt eingeweiht, die westliche Hälfte des heutigen Altbaus. 1910 erfolgte der Erweiterungsbau. 1913 wurde der Schulausbau mit der Errichtung einer Kapelle beendet. Daran können Sie ablesen, wie die Schule wuchs: innerhalb von achtzehn Jahren von einem Trakt zu einem Komplex mit eigener Kapelle. Von der Fertigstellung bis 1987 wurde das Gebäude von der namensgebenden Schule genutzt, also fast zweiundneunzig Jahre lang. Dann zog sie aus, und das umgebende Schulgelände wurde mit dem Einkaufszentrum Marienhof bebaut. Das Gebäude selbst blieb stehen. Am 13. September 1988 wurde es unter der Nummer W 018 in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen, ein Jahr nach dem Auszug der Schule. Die Begründung in einer Quelle ist bemerkenswert knapp und bemerkenswert weit: Es handle sich um ein im weitesten Sinne für die Kultur-, Stadt- und Sozialgeschichte Mönchengladbachs wichtiges Zeitdokument und sei aus diesen Gründen als Baudenkmal schützenswert. Mehr sagt eine Quelle zu diesem Haus nicht. Über die Räume, die Schülerinnen, den Unterricht steht dort nichts, und deshalb sage ich dazu auch nichts. Was Sie sehen können, ist das Zeitdokument: ein Schulhaus des späten 19. Jahrhunderts, in Backstein, zwischen einer Fußgängerzone und einem Einkaufszentrum.

Kurzfassung

Sie stehen vor der alten Marienschule in der Wallstraße 10 bis 12. Das Gebäude wurde 1895 erbaut und war bis 1987 die Bischöfliche Marienschule. Es ist ein dreigeschossiger Komplex in freien Formen der Backsteingotik. Seit dem 13. September 1988 steht es als Nummer W 018 in der Denkmalliste.

Für Kinder

Das war einmal eine Schule. Gebaut wurde sie 1895, aus Backstein. Zuerst gab es nur einen Teil des Hauses, die westliche Hälfte. 1910 baute man einen Teil an, und 1913 kam noch eine Kapelle dazu. So wuchs die Schule mit ihren Schülerinnen. Fast zweiundneunzig Jahre lang wurde hier unterrichtet, bis 1987. Dann zog die Schule aus. Auf dem Schulhof steht heute ein Einkaufszentrum. Das Schulhaus selbst durfte bleiben, weil es unter Denkmalschutz steht. Die Straße heißt Wallstraße, denn hier lief früher die Stadtmauer. Wie sieht deine Schule in hundert Jahren aus?

Quellen

Koordinaten: 51.194236, 6.434479 · auf der Karte

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