Stadtohr

Stadtrundgang Mönchengladbach · Station 10 von 16

Kirchplatz 7

· kirchplatz, backstein, handwerk

Ausführlich

Sie stehen am Kirchplatz 7, dem zweiten Haus der Zeile. Nehmen Sie sich hier etwas Zeit, denn dieses Haus ist das Musterstück: Die Architekturbeschreibung in den Artikeln der ganzen Zeile ist an ihm entwickelt worden. Grundform zuerst. Zweigeschossig, unverputzter Backstein, Ziegeldach, drei Fensterachsen. Unten ein glatt gemauerter Sockel aus Liedberger Sandstein, in dem querrechteckige Kellerfenster sitzen. Darüber Erdgeschoss und Obergeschoss, voneinander getrennt durch zwei waagerechte Backsteinbänder in Friesform. Diese Bänder sind nicht nur Zierde, sie geben der Fassade ihren Rhythmus, und wenn Sie die Zeile entlangschauen, laufen sie von Haus zu Haus weiter. Dann die Fenster. Sie sind hochrechteckig und haben einen scheitrechten Sturz, also einen waagerechten Abschluss aus keilförmig gesetzten Steinen, der trotz gerader Linie wie ein flacher Bogen trägt. Die Rahmen sind erneuert, mit aufgesetzten Sprossen aus Holz. Die Sohlbänke, die Steine unter den Fenstern, sind aus Liedberger Sandstein gehauen, wie der Sockel. Derselbe Stein rahmt den Hauseingang, der in der Mittelachse liegt. Die zweiflügelige Haustür ist original erhalten. Sie liegt zurückversetzt, und Sie erreichen sie über drei Blockstufen aus Basaltlava. Jetzt die Rückseite, auch wenn Sie sie nicht sehen können. Die Gartenseite folgt der Front, mit einem Unterschied: Die waagerechten Backsteinbänder fehlen dort. Dafür hat die Gartenfassade noch die alten Holzfenster mit glasteilenden Sprossen. Das Kellergeschoss hat eine Ziegelkappendecke, und über den Keller gelangt man ebenerdig in den Garten, der nach Süden hin anschließt. Das Grundstück fällt zur Abteistraße und zur Propst-Kauff-Stiege ab und wird dort von der Böschungsmauer abgefangen, die Sie an der ersten Station der Zeile gesehen haben. Drei Materialien, drei Herkünfte: Backstein für die Mauer, Liedberger Sandstein für Sockel, Sohlbänke und Türrahmung, Basaltlava für die Stufen. Daran können Sie ablesen, wie ein Handwerker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut hat: das weiche, gut zu bearbeitende Material dort, wo gehauen und gerahmt wird, das harte dort, wo Füße auftreten. Am 21. Juni 2006 wurde das Haus unter der Nummer K 088 in die Denkmalliste der Stadt eingetragen, am selben Tag wie seine Nachbarn.

Kurzfassung

Sie stehen am Kirchplatz 7, dem zweiten Haus der Zeile südlich der Hauptpfarrkirche. Es entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Haus ist dreiachsig, zweigeschossig und aus unverputztem Backstein. Am 21. Juni 2006 kam es als Nummer K 088 in die Denkmalliste.

Für Kinder

Das ist das zweite Haus in der Reihe. Es sieht aus wie sein Nachbar, und das ist Absicht: Die Häuser wurden als Reihe gebaut. Schau genau hin, woraus das Haus besteht. Die Wand ist aus rotem Backstein. Unten am Boden und unter den Fenstern liegt ein hellerer Stein, Sandstein. Den kann man gut mit Werkzeug bearbeiten. Die drei Stufen zur Haustür sind aus Basaltlava, einem harten Stein aus einem Vulkan. Der Baumeister hat also nachgedacht: weicher Stein zum Formen, harter Stein zum Draufsteigen. Zwischen den Stockwerken laufen zwei Bänder aus Backstein um das Haus. Findest du sie auch an den Nachbarhäusern?

Quellen

Koordinaten: 51.19332, 6.4323 · auf der Karte

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