Sie stehen am ehemaligen Kloster St. Afra, auf dem Afraberg. 1205 gründete Bischof Dietrich II. von Kittlitz hier das Augustiner-Chorherrenstift St. Afra. Von der Gründung berichten gleich fünf Urkunden, von denen sich drei als Fälschungen erwiesen haben. Die Chorherren kamen vermutlich zum Teil vom Kloster auf dem Lauterberg bei Halle. Das Kloster war ein bischöfliches Eigenkloster, und schon früh war eine Schule angegliedert. Die Kirche ist älter als das Stift. Die erste Erwähnung einer Kirche an dieser Stelle stammt von 984, sie war eine der ältesten Pfarrkirchen in Sachsen. 1966 wies eine Grabung ihren Vorgängerbau nach, eine langgestreckte Saalkirche mit Apsis im Osten. Nach der Stiftsgründung wurde die Kirche als spätromanische Basilika neu gebaut. Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Chorwände erhöht, nach 1470 erhielt das Hauptschiff ein gotisches Gewölbe mit fünf Jochen. Nach einem Blitzeinschlag 1766 bekam der Turm eine barocke Haube. Dann kam die Reformation, die in Sachsen ab 1539 durchgeführt wurde. Das Kloster wurde aufgelöst. Der letzte Propst, Nikolaus Klunker, übergab 1540 den landesherrlichen Kommissaren die Klostergüter. 1543 richtete Moritz von Sachsen die erste Fürsten- und Landesschule in Sachsen ein. Sie erhielt den Namen St. Afra, und die Kirche wurde zur Pfarrkirche und bis 1943 zugleich zur Schulkirche. In der Kirche steht an der Westwand der Martinsaltar von 1503. Er stammt ursprünglich aus der Kirche St. Martin in Weinböhla. Kanzel und Schnitzaltar schuf Valentin Otte um 1660. Das frühbarocke Portal auf der Südseite entstand um 1670 und zeigt Mose mit den Gesetzestafeln und den Apostel Paulus mit Schwert. Die Schleinitzkapelle, eine Begräbniskapelle des Rittergeschlechts der Schleinitze, wurde 1408 gestiftet. Seit 1991 sitzt in den Klostergebäuden auch die Evangelische Akademie der sächsischen Landeskirche. Der Name Afra lebt weiter: Er wurde für die Landesschule, die Grundschule und ein Schwarzbier der Meißner Schwerterbrauerei entlehnt.
Sie stehen am ehemaligen Kloster St. Afra, auf dem Afraberg. Bischof Dietrich II. von Kittlitz gründete hier 1205 ein Augustiner-Chorherrenstift. Nach der Reformation wurde es aufgelöst, 1543 zog die erste Fürsten- und Landesschule Sachsens ein. Seit 1991 sitzt hier auch die Evangelische Akademie.
Hier stand ein Kloster. Im Jahr 1205 lud ein Bischof Geistliche ein, die Augustiner-Chorherren. Schon früh gehörte eine Schule dazu. Dann kam die Reformation, und das Kloster wurde aufgelöst. Aber die Schule blieb nicht verloren: 1543 wurde in den Gebäuden die erste Fürsten- und Landesschule in Sachsen gegründet. Die Kirche ist noch älter als das Kloster. Schon im Jahr 984 wird hier eine Kirche erwähnt. Rechne einmal nach: Wie viele Jahre sind das bis heute?
Koordinaten: 51.1648, 13.4681 · auf der Karte