Sie stehen vor dem Dom zu Meißen, der den Heiligen Johannes und Donatus von Arezzo geweiht ist. Donatus war der Patron des alten Bistums Meißen. Der Dom gehört mit der Albrechtsburg, dem Bischofsschloss und der Dompropstei zum Burgberg-Ensemble, das sich über die Altstadt erhebt. Seine Geschichte beginnt mit dem Bistum. 968 gründete das Kaiserpaar Adelheid und Otto I. das Bistum Meißen, und an dieser Stelle entstand zuerst eine kleine Kapelle. Zwischen 1006 und 1073 wurde sie in eine viertürmige romanische Basilika umgebaut, die zur Kathedralkirche erhoben wurde. Um 1260 begann der Neubau als gotische Kirche, von Osten aus. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1250, andere Quellen um 1260. Zuerst entstanden der einschiffige Chor und das Querhaus, ab 1268 konnten Chor und Kreuzgang genutzt werden. Das Langhaus wurde nach einem Planwechsel als siebenjochige Hallenkirche gebaut und war um 1410 weitgehend fertig. Goethe lobte den Dom im April 1813: Äußerlich habe er nichts Anziehendes, innen aber sei er das schlankste, schönste aller Gebäude jener Zeit, die er kenne. Schauen Sie jetzt zu den Türmen. Jahrhundertelang gab es nur eine einzige Turmspitze, den Höckrigen Turm in der Südostecke. Die Westtürme blieben unvollendet. 1547 zerstörte ein Blitz die Turmspitzen und die westlichen Joche des Langhauses. Im 18. Jahrhundert schloss ein querliegendes Dach den Westbau ab, der sogenannte Schafstall. Die beiden heute weithin sichtbaren Turmspitzen, 81 Meter hoch, entstanden erst zwischen 1903 und 1909 im Stil der Neugotik, nach Entwürfen von Carl Schäfer. Dem Bau ging ein erbitterter Streit voraus: Kunsthistoriker wie Cornelius Gurlitt und Georg Dehio lehnten den neugotischen Ausbau ab. Der Stahl, den man damals für Klammern und Dübel verwendete, sprengt heute durch Korrosion den Sandstein. 1425 ließ Markgraf Friedrich der Streitbare die Fürstenkapelle als Begräbniskapelle der Wettiner an die Westfront anbauen. Dort steht seine bronzene Grabtumba. Im Dom sind 164 weitere Grabdenkmäler zu finden. Eine eigene Geschichte hat das Grab des Bischofs Benno, des zehnten Bischofs von Meißen. Um 1270 wurde er in die Mitte des geplanten Langhauses umgebettet, sein Grab war Ziel einer Wallfahrt. 1524 wurde er zum ersten sächsischen Heiligen erhoben. 1539 erzwangen Herzog Heinrich von Sachsen und Kurfürst Johann Friedrich den Zugang zum Dom und ließen sein Grabmal vollständig zerstören. Seit 2017 zeigt eine schlichte Platte im Mittelschiff den früheren Standort. 1581 wurde der Dom eine lutherische Kirche. Heute ist er die Predigtkirche für den Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens. Hier endet unser Rundgang. Die Gedenkstätte Münchner Platz im Gefängnistrakt des damaligen Landgerichts braucht eigene Zeit.
Sie stehen vor dem Meißner Dom, der den Heiligen Johannes und Donatus von Arezzo geweiht ist. Das Bistum wurde 968 gegründet. Der gotische Neubau begann um 1260. Die beiden 81 Meter hohen Turmspitzen entstanden erst zwischen 1903 und 1909.
Du stehst vor dem Dom von Meißen, zwei Turmspitzen ragen 81 Meter hoch auf. Aber sie sind viel jünger als der Rest: Erst 1903 bis 1909 wurden sie in dieser Form gebaut. Davor deckte ein langes Dach die Türme ab, das nannte man Schafstall. Der Dom selbst ist viel älter. Der Neubau begann um 1260. Vorher stand hier eine romanische Kirche mit vier Türmen. Im Dom sind viele Wettiner begraben. Wie viele Turmspitzen zählst du? Hier ist dein Rundgang zu Ende. Was war dein Lieblingsort?
Koordinaten: 51.1662, 13.4715 · auf der Karte