Stadtohr

Stadtrundgang Meißen · Station 1 von 16

Albrechtsburg

0929 · schloss, burgberg, porzellan, spätgotik

Ausführlich

Willkommen in Meißen. Wir beginnen oben auf dem Burgberg, denn hier begann auch die Stadt. Sie stehen vor der Albrechtsburg. Sie gilt als der erste Schlossbau Deutschlands und ist eines der bekanntesten spätgotischen Architekturdenkmäler. Wegen ihrer Lage über der Elbe nennt man sie auch die sächsische Akropolis. Der Felsen, auf dem sie steht, war der Grund für alles. 929 hatte König Heinrich I. die sorbische Volksburg Gana zerstört und suchte einen Ort für eine neue Burg. Er fand ihn zwischen der Elbe, der Triebisch und der Meisa. Der emporragende Felsen eignete sich ausgezeichnet, um das Land zu beherrschen. Der Chronist Thietmar von Merseburg berichtet, Heinrich habe einen bewaldeten Hügel vorgefunden. Seine Burg bestand aus hölzernen Bauten, umgeben von einer Mauer aus Holz und Erde. Ihr Name, Misni, bezieht sich auf den kleinen Bach Meisa, der etwas unterhalb des Burgberges in die Elbe mündet. Auf dem Burgberg lag auch der Sitz des Bistums, das 968 gestiftet wurde. Neben dem Markgrafen und dem Bischof hatte hier außerdem ein königlicher Burggraf seinen Sitz. Dann kommt das Schloss. Ab 1471 ließen die wettinischen Kurfürsten und Herzöge von Sachsen an der Stelle der älteren Burg ein Residenzschloss errichten, unter dem Baumeister Arnold von Westfalen. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 929, das Jahr der ersten Burg, andere Quellen für das heutige Schloss 1471. Gedacht war die Albrechtsburg als Residenz der beiden regierenden Fürsten. Doch dazu kam es nie, sie stand leer. 1710 zog etwas anderes ein: die Porzellanmanufaktur. Meißen stellt seit 1708 das erste europäische Porzellan her. August der Starke ließ die Manufaktur nach der Erfindung durch Johann Friedrich Böttger auf die Albrechtsburg verlegen, weil dort die Geheimnisse der Fertigung vermeintlich besser bewahrt bleiben sollten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb sie hier. Nach 1864 wurde die Burg erneut umgestaltet, zahlreiche Räume erhielten Historiengemälde. Am 3. Oktober 1990 wurde in der Albrechtsburg der Freistaat Sachsen neu gegründet. Heute ist die Höhenburg ein nach der Haager Konvention geschütztes Kulturgut und zeigt eine Dauerausstellung zur wechselvollen Geschichte des Platzes.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Albrechtsburg auf dem Burgberg. Sie gilt als der erste Schlossbau Deutschlands. Ab 1471 entstand sie an der Stelle einer älteren Burg, die König Heinrich I. um 929 gegründet hatte. Von 1710 an war hier die Porzellanmanufaktur untergebracht.

Für Kinder

Du stehst vor einem Schloss auf einem Felsen hoch über der Elbe. Es heißt Albrechtsburg und gilt als das erste Schloss Deutschlands. Gebaut wurde es ab 1471. Vorher stand hier eine Burg aus Holz, die ein König namens Heinrich der Erste um das Jahr 929 gegründet hatte. Eigentlich sollten zwei Fürsten im neuen Schloss wohnen. Sie zogen nie ein, das Schloss stand leer. Dafür zog 1710 die Porzellanmanufaktur ein. Hast du schon einmal von einem Porzellanteller gegessen?

Quellen

Koordinaten: 51.166596, 13.471376 · auf der Karte

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