Dass dieser Turm steht, hat mit einem Totschlag zu tun. Mainz hatte seit spätrömischer Zeit eine Stadtbefestigung. Kurz vor dem Fall des Limes um 259 und 260 entstand der erste Mauerring um Mogontiacum, nicht lange nach 350 wurde er verkürzt und unter Verwendung älteren Baumaterials verstärkt. In merowingischer und karolingischer Zeit wurde ausgebessert. 1160 aber erschlugen Mainzer Bürger nach langem Streit ihren Erzbischof Arnold von Selenhofen. Kaiser Friedrich der Erste verhängte 1163 zur Strafe die Reichsacht über die Stadt, und die Stadtmauer mit ihren Türmen wurde geschleift. Einige Historiker meinen, man habe sich dabei auf die Tortürme beschränkt. Weil Mainz aber ein wichtiger Verbündeter der Staufer im Kampf gegen die Welfen war, kam um 1190 bis 1200 die Erlaubnis zum Neuaufbau. In dieser Bauphase entstand der Eisenturm, als einer von insgesamt vierunddreißig Tor- und Wachtürmen. Schauen Sie jetzt auf das Rundbogenportal zur Rheinseite. Dort sitzen auf ornamentierten Kämpferaufsätzen zwei romanische Löwenskulpturen aus Sandstein. Eine hält einen Widder in den Pranken, teilweise als Symbol kirchlicher Macht gedeutet, die andere ein Fabelwesen, einen Drachen, als Symbol weltlicher Macht. Beide sind zeittypisch nur stilisiert herausgearbeitet und galten in der Romanik als Gleichnis abwehrbereiter Wachsamkeit. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Turm auf sechs Geschosse aufgestockt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verlor das Portal seine Funktion, der Zugang zur Stadt lief dann über das Eisentürlein in einem angebauten kleineren Gebäude. Ab dem 17. Jahrhundert waren die oberen Geschosse das Hauptgefängnis der Stadt. Zwei Gruppen von Gefangenen sind namentlich bekannt: 1813 saßen hier einige Offiziere des Lützowschen Freikorps, nach der Märzrevolution von 1848 und 1849 die Mainzer Revolutionäre, bis zu ihrer Freisprechung 1850. 1900 sollte der Turm abgerissen werden. Der Mainzer Altertumsverein rettete ihn, 1905 ging er in das Eigentum der Stadt über. Danach beherbergte er die private Malschule des Malers Philipp Zeltner und kleinere Wohnungen. Im Krieg brannte er vollständig aus, auch der Dachstuhl. 1958 wurde er wieder aufgebaut und bekam ein schiefergedecktes Walmdach. Links und rechts rekonstruierte man die Anbauten und ein Stück Stadtmauer, auch die Eckquaderung und die aufgemalten Fugen wurden nach Originalfunden wiederhergestellt. Heute arbeiten hier Künstler: Der Kunstverein Eisenturm nutzt das Haus als Galerie und vergibt den Mainzer Eisenturm-Preis. Damit endet dieser Rundgang, am letzten Rest der Mauer, die die Stadt einmal umschloss.
Sie stehen vor dem Eisenturm, einem mittelalterlichen Stadtturm aus dem beginnenden 13. Jahrhundert mit Ausbauten aus dem 15. Jahrhundert. Zusammen mit dem Holzturm und dem Alexanderturm ist er einer von drei erhaltenen Türmen der Mainzer Stadtmauer.
Dieser Turm gehörte zur Stadtmauer von Mainz. Von vierunddreißig Türmen sind nur noch drei übrig, und das hier ist einer. Der Name kommt vom Eisenmarkt, der früher gleich daneben war. Oben im Turm war später das Gefängnis der Stadt. 1900 sollte er abgerissen werden. Ein Verein hat ihn gerettet. Heute stellen Künstler darin ihre Bilder aus. Schau dir das runde Tor zur Rheinseite an: Links und rechts sitzen zwei steinerne Löwen. Einer hält einen Widder, der andere einen Drachen. Welcher gefällt dir besser?
Koordinaten: 50.00111, 8.27531 · auf der Karte