Sie stehen vor der Kathedrale St. Sebastian, der römisch-katholischen Kathedralkirche des Bistums Magdeburg. Sie ist Teil der Straße der Romanik. Um 1015 legte Erzbischof Gero den Grundstein, und er wurde nach seinem Tod 1022 in der Kirche beigesetzt. Gegründet wurde sie als Kollegiatstift. Neben dem heiligen Sebastian war das Stift zunächst auch Johannes dem Evangelisten und Fabianus geweiht. Nach der Erlangung einer Kopfreliquie des heiligen Sebastian verloren die anderen Patrone an Bedeutung. In späteren Jahren fand jeweils am 20. Januar eine Prozession mit der Reliquie vom Dom zur Sebastianskirche statt. Nach mehreren Erweiterungen brannte das romanische Gebäude 1188 und 1207 aus. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts baute man die Kirche gotisch um, der alte Chor wurde abgerissen und durch einen größeren ersetzt. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde das Langhaus zur spätgotischen Hallenkirche umgestaltet, auf romanischem Grundriss. Am 17. Mai 1489 weihte Erzbischof Ernst die Kirche neu. Während der Belagerung durch Moritz von Sachsen 1550 stellte man Kanonen auf die Türme. 1558 entsagten die Stiftsherren dem katholischen Glauben, St. Sebastian wurde evangelisch, und am ersten Adventssonntag 1573 hielt der Domprediger Siegfried Sack den ersten evangelischen Gottesdienst. Beim Sturm auf Magdeburg am 10. Mai 1631 brannte die Kirche nieder, noch 1642 wird sie als Ruine geführt. 1663 wurde der Chor wieder errichtet. Erst 61 Jahre nach der Zerstörung, 1692, fand der erste Gottesdienst statt. Ab 1756 gab es keine Gottesdienste mehr, die Kirche diente als Magazin. Am 1. Dezember 1810 löste Jérôme Bonaparte das Stift auf, das französische Militär nutzte das Gebäude als Feldschmiede und als Lager für Bier, Branntwein und Salz. 1823 kaufte die Stadt Magdeburg die Kirche für 1.300 Taler von Preußen und richtete ein Wolllager ein. 1865 kaufte das Liebfrauenstift sie für 25.000 Taler und bot sie der katholischen Mariengemeinde zum Tausch gegen die Liebfrauenkirche an. Da der Bauzustand schlecht war, lehnte die Gemeinde ab. 1873 einigte man sich: Das Liebfrauenstift übereignete der Gemeinde die Kirche unentgeltlich und beteiligte sich an den Kosten. Im Mai 1878 zog die Gemeinde aus der Liebfrauenkirche aus, und in der Sebastianskirche wurde die erste katholische Messe seit der Reformation gefeiert. Beim Luftangriff vom 16. Januar 1945 wurde die Kirche beschädigt, schon 1946 waren die Schäden am Kirchenschiff beseitigt. 1994 wurde Magdeburg wieder ein eigenständiges katholisches Bistum, und St. Sebastian wurde seine Kathedrale. Eine Besonderheit steckt in der Orgel, die die Firma Eule 2005 baute: Beim Ziehen des Registers Vox strigis geht im Rückpositiv eine Luke auf, und eine lebensgroße Nachbildung einer Eule kommt hervor.
Sie stehen vor der Kathedrale St. Sebastian, der römisch-katholischen Kathedrale des Bistums Magdeburg. Erzbischof Gero legte um 1015 den Grundstein. Seit 1994 ist sie Kathedrale des neu errichteten Bistums. Sie ist Teil der Straße der Romanik.
Du stehst vor der Kathedrale St. Sebastian. Das ist die Kathedrale des katholischen Bistums Magdeburg. Der Grundstein wurde um 1015 gelegt. 1631 brannte die Kirche nieder, und es dauerte 61 Jahre, bis hier wieder ein Gottesdienst stattfand. Später war sie sogar ein Lager für Wolle. Heute hat die Kirche eine Orgel mit einem Geheimnis. Zieht man ein bestimmtes Register, öffnet sich eine Luke, und eine Eule kommt heraus, so groß wie eine echte. Warum gerade eine Eule? Die Firma, die die Orgel gebaut hat, heißt Eule.
Koordinaten: 52.126469, 11.631875 · auf der Karte