Sie stehen am Mauritiuskloster, oder genauer: dort, wo es stand. Es lag etwa an der Stelle, an der sich heute Dom und Domplatz befinden. Gegründet wurde es am 21. September 937, am Vorabend des Gedenktages des Heiligen Mauritius, vom damals 25 Jahre alten König Otto I. Die Stiftungsurkunde wird bis heute im Landesarchiv Sachsen-Anhalt aufbewahrt. Otto bestimmte das Kloster auch zur künftigen Familiengrablege, und von Anfang an wurde es reich beschenkt und mit vielen Privilegien ausgestattet. Die ersten Brüder waren Benediktiner aus der Reichsabtei St. Maximin in Trier. Ende Januar 946 fand Ottos erste Gemahlin Editha in der Klosterbasilika ihre letzte Ruhestätte, eine Prinzessin aus dem Königreich Wessex und Enkelin Alfreds des Großen. Der Sarkophag im Dom entstand erst um 1510, errichtet von Erzbischof Ernst von Sachsen. 2008 fanden Archäologen darin einen Bleisarg mit sterblichen Überresten. Nach umfangreicher Untersuchung erwiesen sie sich als die von Editha. Als Kloster hielt die Anlage nicht lange. Spätestens 963 verließen die Mönche sie und siedelten sich etwa zwei Kilometer südwärts neu an, im Kloster Berge. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte der Bau des ersten Magdeburger Doms begonnen, und die Klosteranlage wurde als provisorische Zentrale des bald gegründeten Erzbistums gebraucht. Die Gebäude selbst blieben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bestanden umfangreiche Teile bis zum großen Stadtbrand am 20. April 1207 weiter. Erst Erzbischof Albrecht I. von Käfernburg ließ sie beseitigen, um Baufreiheit für den gotischen Dom zu schaffen. Ein Rest ist geblieben: Der Südflügel des Domkreuzgangs stammt aus der Zeit um 1160. Und 1926 grub der Hallenser Architekt Alfred Koch südöstlich des Hochchors Mauerwerk aus, das wohl zur Krypta der alten Klosterkirche gehörte. Dort liegt ein antiker Fliesenbelag, wohl eine der Spolien, die Otto im 10. Jahrhundert aus Norditalien herbringen ließ. Der heutige Dom steht damit genau an der Stelle der Gründung von 937. Der Dom des 10. bis frühen 13. Jahrhunderts stand einige Dutzend Meter weiter nördlich. Auch der heutige Dom ist noch dem Heiligen Mauritius geweiht, und seine Reliquien kamen im 13. Jahrhundert vom Kloster in den Dom. Dort gibt es mehr als zwei Dutzend Darstellungen des Heiligen. Die berühmteste, eine Sandsteinskulptur aus der Mitte des 13. Jahrhunderts im Hohen Chor, zeigt erstmals in der nordalpinen Kunst einen realistisch aussehenden Afrikaner.
Sie stehen dort, wo das Mauritiuskloster lag, etwa an der Stelle von Dom und Domplatz. König Otto I. gründete es am 21. September 937 und bestimmte es zur Familiengrablege. Als Kloster bestand es bis spätestens 963, als Gebäude bis etwa 1207.
Hier stand das Mauritiuskloster. Gegründet hat es ein junger König, im Jahr 937. Er war damals erst 25 Jahre alt und hieß Otto. Er bestimmte das Kloster zur Grablege seiner Familie. Seine Frau Editha wurde als Erste in der Klosterkirche beigesetzt. Mönche aus Trier zogen ein. Doch spätestens 963 mussten sie weiterziehen, zwei Kilometer nach Süden. Nebenan wurde nämlich der erste Dom gebaut, und die Gebäude des Klosters wurden für das neue Erzbistum gebraucht. Kannst du dir vorstellen, dass hier, wo heute der Dom steht, ein Kloster begann?
Koordinaten: 52.1247, 11.6345 · auf der Karte