Stadtohr

Stadtrundgang Magdeburg · Station 13 von 16

Liebfrauenkirche

ab 1063 · kirche, romanik, orgel, glocken

Ausführlich

Sie stehen vor der Liebfrauenkirche, der seit 1977 profanierten Kirche des ehemaligen Prämonstratenser-Klosters Unser Lieben Frauen. Das Kloster beherbergt seit 1974 das Kunstmuseum Magdeburg. Die Errichtung der heutigen romanischen Kreuzbasilika begann unter Erzbischof Werner von Steußlingen, der schon in der Kirche beigesetzt wurde. Das Westwerk besteht aus einem niedrigen quadratischen Mittelturm mit Satteldach, flankiert von zwei etwas höheren Rundtürmen in den Winkeln zwischen diesem und den Seitenschiffen. Nach einem Brand im Jahr 1188 gab es Umbauten, die Säulen der Arkaden wurden durch Pfeiler ersetzt. Nach dem Brand des ottonischen Doms diente Unser Lieben Frauen bis 1363 als Kathedrale des Erzbistums. Die bedeutendste Neuerung dieser Zeit war der Einbau von Gewölben 1221 bis 1222. Mittelschiff und Querhaus erhielten frühgotische Kreuzrippengewölbe, die Seitenschiffe spitzbogige Kreuzgratgewölbe. Den beidseits je neun Jochen der Seitenschiffe entsprechen im Mittelschiff vier sechsfeldrige Doppeljoche. Der Chor erhielt 1500 neue Gewölbe und Spitzbogenfenster, doch sie stürzten 1652 mit der Südwand des Chors ein. Erst 1696 bis 1700 war die Wiederherstellung abgeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg gingen die Chorgewölbe erneut verloren, danach hatte der Bereich eine flache Decke. Seit 1977 war die Kirche die Konzerthalle Georg Philipp Telemann. Im Chorraum stand anstelle eines Altars eine Orgel der Firma Jehmlich aus Dresden von 1979, mit vier Manualen, 63 Registern und über 5300 Pfeifen. Bis zur Einweihung der Hauptorgel im Dom 2008 war sie die größte der Stadt. Im Zuge der zweijährigen Sanierung wurde sie 2020 abgebaut, die flache Holzbalkendecke entfernt und das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gewölbe rekonstruiert. Als die sanierte Klosterkirche am 17. September 2022 wieder eröffnet wurde, stellte man die Orgel nicht wieder auf. Das Geläut besteht aus zehn Glocken, 1977 von der Glockengießerei Schilling in Apolda gegossen, zusammen 9901 Kilogramm schwer. Die größte wiegt 3490 Kilogramm bei einem Durchmesser von 171 Zentimetern, die kleinste 45 Kilogramm bei 36 Zentimetern.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Liebfrauenkirche, der Kirche des Klosters Unser Lieben Frauen. Die romanische Kreuzbasilika wurde ab 1063 errichtet und diente nach dem Brand des Doms bis 1363 als Kathedrale. Seit 1977 ist sie profaniert und gehört zum Kunstmuseum.

Für Kinder

Du stehst vor der Liebfrauenkirche. Sie ist sehr alt, ihr Bau begann 1063. Am Westende hat sie drei Türme: einen niedrigen quadratischen in der Mitte und links und rechts zwei runde, die etwas höher sind. Nachdem der Dom abgebrannt war, war diese Kirche bis 1363 die Kathedrale. Hier läuten zehn Glocken. Die größte wiegt 3490 Kilogramm, die kleinste nur 45. Welche klingt wohl höher, die große oder die kleine? In der Kirche stand früher eine Orgel mit über 5300 Pfeifen. Heute gehört die Kirche zum Kunstmuseum.

Quellen

Koordinaten: 52.12716, 11.63687 · auf der Karte

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