Sie stehen vor dem Melanchthonhaus, Collegienstraße 62. Es gilt als eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt. Das Renaissancebauwerk hat spätgotisch gefasste Fenster und einen rundbogigen, gestaffelten Giebel. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1954, das Jahr, seit dem hier ein Museum besteht. Das Haus selbst ist älter, es wurde 1536 gebaut. Philipp Melanchthon war 1518 als Professor nach Wittenberg berufen worden. Am 25. November 1520 heiratete er Katharina Krapp, und beide bezogen dieses Grundstück. Damals stand dort ein verfallendes Lehmbauhaus, das Melanchthon selbst Bude nannte. 1536 drohte er, aus Wittenberg fortzuziehen. Da ließ der Kurfürst Johann Friedrich I. gemeinsam mit der Universität ein neues dreigeschossiges Gelehrtenhaus mit einem großen Garten bauen. 1537 blieb Melanchthon, denn der Besitz erhob ihn in den Stand eines Vollbürgers. 1556 hatte das Haus dank des Anschlusses an das Röhrwassersystem sogar fließendes Wasser. Nach Melanchthons Tod am 19. April 1560 wurde sein Wohn- und Sterbezimmer angeblich schwarz getüncht, und das Haus wurde Professorenwohnung der Universität. Schon 1810 richtete man das Zimmer her und öffnete es zur Besichtigung. 1845 kaufte der preußische Staat das Haus. 1897 fand man weitere Malereien im Sterbezimmer, nur noch in Fragmenten, und schuf Nachschöpfungen. Seitdem hat das Gebäudeinnere im Wesentlichen sein heutiges Erscheinungsbild. Am 16. April 1945 zerstörten Bomben das östliche Nachbarhaus, die Druckwelle auch die Hofgebäude. 1954 wurde hier das Heimatmuseum eingerichtet, 1967 kam eine eigenständige Einrichtung zu Melanchthons Leben und Wirken dazu. Von 1995 bis 1997 war das Museum für einen Umbau geschlossen. Leitsatz der neuen Dauerausstellung ist Melanchthons Wort Ad fontes, zu den Quellen, das heißt zurück zu den Urtexten von Glaube und Humanismus. Seit 1996 gehört das Haus zum UNESCO-Welterbe.
Sie stehen vor dem Melanchthonhaus. Es wurde 1536 als Gelehrtenhaus für Philipp Melanchthon gebaut und gilt als eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt. Seit 1954 ist hier ein Museum. Seit 1996 gehört das Haus zum UNESCO-Welterbe.
In diesem Haus wohnte Philipp Melanchthon, ein Lehrer an der Wittenberger Universität und Freund von Martin Luther. Er wollte 1536 aus der Stadt wegziehen. Da bauten ihm der Kurfürst und die Universität ein neues Haus mit großem Garten, und er blieb. Das Haus hatte sogar fließendes Wasser, schon 1556. Drinnen kannst du sein Arbeits- und Sterbezimmer sehen. Wärst du für ein Haus mit Garten in einer Stadt geblieben?
Koordinaten: 51.86472, 12.65083 · auf der Karte