
Das ist St. Michaelis, eine der drei Hauptkirchen der Hansestadt Lüneburg, und die letzte Station dieses Rundgangs. Die Klosterkirche des ehemaligen Benediktinerklosters St. Michael stammt aus dem 14. Jahrhundert. Halten wir den Unterschied fest, denn er ist der Schlusspunkt unserer Geschichte. St. Johannis am Sande und St. Nicolai im Wasserviertel waren Kirchen der Bürger. Die Kaufleute, die Sülfmeister, die Schiffer haben sie gebaut und bezahlt. Diese Kirche hier ist anderer Herkunft. Sie war die Kirche eines Benediktinerklosters. Bauherr war ein Konvent, nicht ein Rat. In einer Stadt, deren Salzpfannen anfangs zu großen Teilen Geistlichen und Adligen gehörten, ist das keine Nebenbemerkung. Hier stand die andere Macht. Erinnern Sie sich an die Zahlen vom Brömsehaus. Anfang des 13. Jahrhunderts teilten sich die Pfannenbesitzer in Geistliche und Adlige. Erst zwischen 1250 und 1320 stieg der bürgerliche Anteil, um 1370 war bürgerlicher und geistlicher Besitz etwa gleich groß. Diese Kirche und die Bürgerkirchen, die Sie heute gesehen haben, sind also zwei Seiten desselben jahrhundertelangen Ringens um dieselbe Ware. Berühmt ist St. Michaelis allerdings aus einem ganz anderen Grund. Man nennt sie auch Bachkirche St. Michaelis. Johann Sebastian Bach machte seinen Abschluss an der hiesigen Michaelisschule. Das ist bemerkenswert nüchtern formuliert, und ich lasse es absichtlich so stehen, weil es genau das ist, was meine Quelle hergibt. Was Sie daraus machen, überlasse ich Ihnen. Aber denken Sie einen Moment darüber nach. Der junge Bach hat diese Straßen benutzt. Er hat diese Backsteinwände gesehen, bei Regen, im Winter, mit kalten Fingern. Er hat in dieser Kirche gesungen und musiziert, als er noch niemand war. Lüneburg gehört damit in jene kleine Reihe von Orten, an denen die europäische Musikgeschichte nicht entstanden ist, aber großgeworden. Nach ihm ist der Platz benannt, an dem die Straße Auf dem Meere endet. Sie sind vorhin daran vorbeigekommen, ohne es zu wissen. Das Viertel, in dem Sie jetzt stehen, ist das Marktviertel, in dem wir begonnen haben. Geprägt wird es vom Lunabrunnen, vom Rathaus und von dieser Michaeliskirche. Der Kreis schließt sich. Von hier sind es gut fünfhundert Meter zurück zum Rathaus, etwa sieben Minuten zu Fuß. Sie haben auf diesem Rundgang knapp vier Kilometer gemacht. Und zum Schluss eine letzte Zahl, die alles zusammenhält: Das Salz, von dem diese Stadt lebte, wurde hier bis 1980 gewonnen. Elfhundert Jahre nach der Legende von der weißen Wildsau. Diese Altstadt ist nicht erhalten, weil sie hübsch ist. Sie ist erhalten, weil sie sehr lange sehr wichtig war, und weil ein paar Leute mit Plakaten rechtzeitig Nein gesagt haben.
Das ist St. Michaelis, eine der drei Hauptkirchen Lüneburgs. Die Klosterkirche des ehemaligen Benediktinerklosters St. Michael stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sie wird auch Bachkirche genannt, weil Johann Sebastian Bach seinen Schulabschluss an der dortigen Michaelisschule machte.
Das ist die letzte Station, Sankt Michaelis. Diese Kirche gehörte früher zu einem Kloster, hier haben also Mönche gelebt. Und jetzt kommt das Besondere: Ein Junge ist hier zur Schule gegangen, dessen Namen fast jeder kennt. Johann Sebastian Bach. Er wurde später einer der berühmtesten Musiker der Welt. Er hat in dieser Kirche gesungen. Er ist durch dieselben Straßen gelaufen wie du gerade eben – nur ohne Turnschuhe, und wahrscheinlich hat er sich auch über das Wetter geärgert. Das war's. Du hast fast vier Kilometer geschafft. Nicht schlecht.
Eine große, weiß verputzte Hallenkirche mit hohem Turm, die sich deutlich von den roten Backsteinkirchen der Stadt unterscheidet. Davor liegt ein Platz, der nach Johann Sebastian Bach benannt ist.
This is St Michael's, one of the three main churches of Lüneburg and the last stop of this walk. The abbey church of the former Benedictine monastery dates from the fourteenth century. That is the difference from the other churches on this route. St John's and St Nicolai were built and paid for by citizens, by merchants, salt masters and boatmen. This one was built by a convent. In a town whose boiling pans at first largely belonged to clergy and nobility, that is not a footnote. But the church is famous for another reason: Johann Sebastian Bach completed his schooling at the Michaelis school here.
Koordinaten: 53.25001, 10.40107 · auf der Karte