Stadtohr

Stadtrundgang Lübeck · Station 15 von 16

Buddenbrookhaus

1758 · literaturmuseum, familie mann, wiederaufbau, fassade

Ausführlich

Sie stehen vor dem Buddenbrookhaus in der Mengstraße 4, und die Hauptfassade richtet sich direkt auf die Marienkirche. Die erste Eintragung für dieses Grundstück findet sich 1289: ein Arnoldus Calvus besitze hier ein Haus. Bis 1750 folgten weitere Eigentümer, ausnahmslos Fernhändler und Ratsherren, darunter die Familie von Dorne, die das Haus rund 220 Jahre behielt. 1758 kaufte der Nowgorodfahrer Johann Michael Croll und ließ neu bauen. Über dem Portal steht noch heute das Datum 1758 mit der Inschrift Dominus providebit, der Herr wird vorsorgen. Das Haus war ein Betrieb. Das Vorderhaus beherbergte das Geschäft und lagerte Waren. Auf der Diele im Erdgeschoss lag die Küche, nahe am Zugang zum Gewölbekeller. Das Dienstpersonal wohnte in kleinen Räumen über der Küche, den Hangekammern, oder unter der Treppe. Die Haupttreppe führte ins Wohngeschoss, dessen hohe Fenster und fünfachsige Gliederung man außen sieht. Der eigentliche Wohntrakt war der Seitenflügel, die Zimmer im Haupthaus hatten repräsentative Zwecke. 1842 verkaufte Johannes Croll das Haus an Johann Siegmund Mann den Jüngeren. Die Mengstraße blieb das Wohnhaus der Großeltern von Heinrich und Thomas Mann. Die Großmutter, die Konsulin Elisabeth Mann, lebte hier bis zum 6. Dezember 1890. Was danach mit dem Haus passierte, ist eine Kette von Umnutzungen. 1891 verkauften die Manns, 1894 kam es an den Staat. 1895 riss man die Hintergebäude ab, um Platz für eine städtische Markthalle zu schaffen. Die Buddenbrook-Buchhandlung war von 1922 bis 1929 hier untergebracht; zu ihrer Eröffnung am 5. März 1922 reiste Thomas Mann an. Nach 1933 wurde das Gebäude nach Bruno von Warendorp benannt, um die ständige Erinnerung an Thomas Mann zu vermeiden. In der Palmsonntagsnacht 1942 wurde das Haus Opfer des Angriffs, der nach diesem Quelle zwei Fünftel der historischen Altstadt zerstörte. Eine Quelle zum Dom nennt ein Fünftel der Innenstadt. Vom Buddenbrookhaus stand nur noch die Fassade mit blinden Fensterhöhlen. Sie und der barocke Gewölbekeller blieben als einzige erhalten. 1957 und 1958 veranlasste eine Genossenschaftsbank den Wiederaufbau, der Steinrestaurator Ludwig Schirrmeister stellte die Fassade originalgetreu wieder her, die Keller wurden respektiert. Der Neubau ist gut fünf Meter kürzer, das erste Obergeschoss wurde um 45 Zentimeter abgesenkt, und auf die historische Raumaufteilung nahm man innen keine Rücksicht mehr. Sie sehen also eine echte Fassade vor einem neuen Haus. Am 6. Mai 1993, im Jahr des 850. Stadtjubiläums, wurde hier das Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum eingeweiht. Ende Dezember 2019 wurde es für Erweiterung und Umbau bis 2029 geschlossen. Teile der Ausstellung sind im Museum Behnhaus-Drägerhaus zu sehen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Buddenbrookhaus in der Mengstraße 4. Der Nowgorodfahrer Johann Michael Croll ließ das Haus 1758 neu bauen. 1842 kaufte es die Familie Mann, es war das Haus der Großeltern von Heinrich und Thomas Mann. Seit Ende 2019 ist es für den Umbau geschlossen.

Für Kinder

In diesem Haus wohnten die Großeltern von zwei berühmten Schriftstellern: Heinrich und Thomas Mann. Thomas Mann schrieb später ein dickes Buch über eine Kaufmannsfamilie in Lübeck: die Buddenbrooks. Schau über die Eingangstür. Dort steht die Zahl 1758. Nur die Fassade ist alt. In der Nacht vor Palmsonntag 1942 fielen Bomben, und vom Haus blieb nur die Vorderwand mit leeren Fensterlöchern stehen. Später baute man ein neues Haus hinter die alte Wand. Findest du die zwei Figuren am Giebel? Eine bedeutet Zeit, die andere Wohlstand.

Quellen

Koordinaten: 53.8683, 10.6858 · auf der Karte

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