Stadtohr

Stadtrundgang Ludwigsburg · Station 3 von 16

Stadtkirche Ludwigsburg

1718 · kirche, barock, orgel, glocken

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtkirche. Von 1718 bis 1726 baute Donato Giuseppe Frisoni sie an der Westseite des Marktplatzes, als barocke Predigtkirche. Eingeweiht wurde sie am 18. September 1726, dem Geburtstag von Herzog Eberhard Ludwig. Schauen Sie hinauf zu den beiden Türmen. Bis 1730 wurden sie auf vierundvierzig Meter erhöht, und der Giebel wurde überarbeitet. Schon 1720, als die Türme noch gar nicht fertig waren, richtete man das Amt des Stadtzinkenisten ein, eines Turmbläsers. Das Amt gibt es bis heute. Im Inneren ist die Kirche schlicht. Der Saal zeigt sich so, wie ihn die Renovierung von 1960 hinterlassen hat. Nur in der Chorkapelle, in der abgemauerten Apsis, wurde die barocke Deckenbemalung wiederhergestellt. Sehr lang ist die Geschichte der Orgel. 1726 beauftragte man den Stuttgarter Hoforgelmacher Joseph Friedrich Baumeister. Bis 1729 hatte er erst sechs Register gebaut, 1732 starb er, ohne die Orgel fertigzustellen. Dann fehlte das Geld. Erst 1742 vollendeten Johann Friedrich Schmahl aus Heilbronn und sein Bruder Johann Adam Schmahl das Instrument, mit achtzehn Registern auf zwei Manualen und Pedal. Zwischen Auftrag und Fertigstellung lagen sechzehn Jahre. 1748 wurde das Gehäuse farbig gefasst und vergoldet. 1858 baute Eberhard Friedrich Walcker ein neues Instrument mit einunddreißig Registern, das alte Gehäuse verkaufte man nach Welzheim. 1906 wurde die Orgel auf einundfünfzig Register erweitert. 2014 und 2015 wurde sie nach der Renovierung der Kirche gründlich überholt, von der Firma Klais. Heute hat sie einundfünfzig Register auf drei Manualwerken und Pedal. Und die Glocken. Im Nordturm hängt die historische Herzog-Eberhard-Ludwig-Glocke von 1726, gegossen von Gottlieb Korn und Leonhard Ernst in Ulm. Im Südturm hängen vier Glocken der Stuttgarter Gießerei Kurtz aus den Jahren 1952 und 1957. In der Turmlaterne des Südturms sitzen zwei kleine, unbewegliche Schlagglocken, die die Viertelstunden der Turmuhr schlagen. Die kleinere wurde 1657 in Ulm gegossen, die größere 1716 in Königsbronn. Beide sind also älter als die Kirche. Ob sie vorher an anderer Stelle hingen und wann sie hierherkamen, ist nicht bekannt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der evangelischen Stadtkirche an der Westseite des Marktplatzes. Frisoni baute sie von 1718 bis 1726 als barocke Predigtkirche. Geweiht wurde sie am 18. September 1726, dem Geburtstag von Herzog Eberhard Ludwig. Seit 1720 gibt es hier bis heute das Amt des Stadtzinkenisten.

Für Kinder

Du stehst vor der evangelischen Stadtkirche. Sie hat zwei Türme mit Glocken. Eine große Glocke ist von 1726. Sie heißt Herzog-Eberhard-Ludwig-Glocke und wurde in Ulm gegossen. Zwei kleine Glocken schlagen die Viertelstunden der Turmuhr. Sie sind älter als die Kirche. Woher sie kommen, weiß man nicht. Und es gibt hier einen besonderen Beruf: den Stadtzinkenisten, einen Turmbläser. Seit 1720 gibt es ihn, bis heute. Die Orgel brauchte vom Auftrag bis zur Fertigstellung sechzehn Jahre. Würdest du so lange warten?

Quellen

Koordinaten: 48.897411, 9.190719 · auf der Karte

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