Willkommen in Ludwigsburg. Wir beginnen am Residenzschloss, denn neben diesem Schloss wurde die Stadt gebaut. Sie stehen vor einer Anlage, an der von 1704 bis 1816 gebaut wurde, im Auftrag dreier Herzöge: Eberhard Ludwig, Carl Eugen und Friedrich der Zweite. Gebaut wurde in drei Stilen: Barock, Rokoko, Klassizismus. Aus einem kleinen Jagdschloss wurde eine monumentale Vierflügelanlage. Die Stadt rühmt sich, das größte unzerstörte Barockschloss Deutschlands zu besitzen. Das Schloss stand nicht auf unbebautem Land. Vor der Reformation lag hier der größte Wirtschaftshof des Klosters Bebenhausen, der Erlachhof. Der Hof war wie eine Burg gesichert, mit Graben, Zugbrücke und einer neun Meter hohen Mauer. Dennoch brannte das Rittergefolge des Franz von Sickingen den Hof am 9. Juni 1519 größtenteils nieder. Später machten ihn die württembergischen Herzöge zum Jagdgut. Für eine große Schweinehatz im Herbst 1625 mussten etwa achthundert Jagdhunde im Hof untergebracht werden. Dann kamen die Kriege. 1634 plünderten und verbrannten kaiserlich-habsburgische Truppen die Anlage. 1693 brannten französische Truppen den Erlachhof zum dritten Mal nieder. Eberhard Ludwig, selbst ein leidenschaftlicher Jäger, ließ das Gut schnell wieder aufbauen. Er plante zunächst nur eine eingeschossige Anlage, denn seine Finanzen waren zerrüttet. Doch der Verwalter Bernhard Ilsenflamm wollte eine Dienstwohnung im Hof und bat um ein zweigeschossiges Hauptgebäude. Der Herzog stimmte zu. Im Sommer 1700 besuchte er Schloss und Park von Versailles, und der Eindruck bestärkte ihn darin, sein Schloss noch weiter auszubauen. Das fertige Haus von 1702 gefiel ihm nicht. Für größere Pläne fehlte im Herzogtum ein Architekt. Also schickte er seinen mathematisch bewanderten Theologen Philipp Joseph Jenisch 1701 und 1702 auf Ausbildungsreisen. Am 7. Mai 1704 war es so weit. Der Herzog war damals Offizier im Spanischen Erbfolgekrieg und reiste aus dem Feldlager an. Bei der Grundsteinlegung des Alten Hauptbaus führte er drei Schläge mit einem silbernen Hammer auf den Eckstein aus. Danach geriet der Bau ins Stocken: Die Arbeit am Hauptbau musste zeitweise ganz eingestellt werden, der Herzog brauchte weitere Einnahmen, eine bessere Bauverwaltung und erfahrene Bauleute. An den Flügeln wurde derweil weitergebaut. Am 11. Mai 1705 erhielt das Schloss seinen Namen: Ludwigsburg. 1706 entwarf der neue, begabtere Hofbaumeister Johann Friedrich Nette größere Pläne, eine Dreiflügelanlage mit offenem Ehrenhof. 1709, als erst ein kleiner Teil stand, verlegte der Herzog seine ständige Residenz hierher. Nach Nettes Tod wurde der Stuckateur Donato Giuseppe Frisoni Hofbaumeister. Er entwarf auch die Wohnhäuser der Stadt. Die liegt westlich des Schlosses. Dorthin gehen wir jetzt.
Sie stehen vor dem Residenzschloss Ludwigsburg. Am 7. Mai 1704 wurde der Grundstein gelegt, zunächst für ein kleines Jagdschloss. Bis 1816 wuchs daraus eine monumentale Vierflügelanlage in den Stilen Barock, Rokoko und Klassizismus. Neben dem Schloss entstand die Stadt, die Sie heute besuchen.
Du stehst vor einem riesigen Schloss. Angefangen hat es ganz klein, als Jagdschloss für einen Herzog, der gern jagte. Er hieß Eberhard Ludwig. Am 7. Mai 1704 schlug er mit einem silbernen Hammer dreimal auf den Grundstein. Vorher stand hier ein Hof, der dreimal abbrannte. Einmal waren dort achthundert Jagdhunde untergebracht. Kannst du dir das Gebell vorstellen? Der Herzog hatte Schloss Versailles gesehen und wollte sein Schloss immer größer bauen. Und weil ihm ein Schloss nicht reichte, plante er gleich eine ganze Stadt dazu.
Koordinaten: 48.899377, 9.196065 · auf der Karte