Willkommen in Lorsch. Die Stadt liegt in Südhessen, im Landkreis Bergstraße, und trägt seit dem 8. Juli 2010 die amtliche Zusatzbezeichnung Karolingerstadt. Einer der Gründe steht vor Ihnen: das Kloster Lorsch, seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Gegründet wurde es um 764. Graf Cancor und seine Mutter Williswinth stifteten das Kloster auf einer von der Weschnitz umflossenen Insel. Sie übergaben es ihrem Verwandten, dem Bischof Chrodegang von Metz. Der schickte seinen Bruder Gundeland, den Abt von Gorze, und mit ihm Mönche. Am 11. Juli 765 trafen in Lorsch die Reliquien des Märtyrers Nazarius ein, und die Pilger kamen in Scharen. Die Anlage auf der Insel wurde zu klein. Am 1. November 767 schenkte Cancors Bruder Turincbert dem Kloster einen Hügel, eine Flugsanddüne, unweit des alten Standorts. Dort begann man mit dem Bau einer dreischiffigen Basilika, die dem heiligen Nazarius geweiht war. Das alte Kloster auf der Insel nannte man später Altenmünster. Von ihm ist oberirdisch nichts mehr zu sehen. Im Mai 772 wurde die Abtei Reichskloster. Sie erhielt den Schutz des Königs und das Recht, ihre Äbte frei zu wählen. 774 war die neue Klosterkirche so weit fertig, dass Abt Gundeland Karl den Großen zur Weihe einlud. Der König kam mit seiner Frau Hildegard, seinen Söhnen und mehreren Bischöfen. Am 1. September 774 weihte der Mainzer Bischof Lullus die Kirche. Es ist der einzige nachweisliche Aufenthalt Karls des Großen in Lorsch. Das Kloster wurde ein Zentrum der Bücher. Unter Abt Richbod entstand ein bedeutendes Skriptorium, aus dem sich eine Schule und die berühmte Klosterbibliothek entwickelten. Aus Lorsch stammen der Lorscher Codex, ein umfassendes Güterverzeichnis, das Lorscher Evangeliar und der Lorscher Bienensegen. Das Lorscher Arzneibuch, eine Handschrift vom Ende des 8. Jahrhunderts, erklärte die UNESCO 2013 zum Weltdokumentenerbe. Dann der Niedergang. 1232 kam die Abtei zu Kurmainz, 1248 war sie eine Prämonstratenser-Propstei. 1461 verpfändete man Lorsch mit dem Oberamt Starkenburg an die Kurpfalz, und die hob das Kloster 1564 auf. 1621, im Dreißigjährigen Krieg, brannte es nieder und wurde später als Steinbruch abgetragen. Nur die Torhalle blieb unversehrt. Zu ihr gehen wir jetzt.
Sie stehen am ehemaligen Kloster Lorsch. Es wurde um 764 gegründet und war bis ins Hochmittelalter ein mächtiges Reichskloster. Seit 1991 gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im Dreißigjährigen Krieg brannte es 1621 nieder, nur die Torhalle blieb unversehrt.
Hier stand vor mehr als tausend Jahren ein riesiges Kloster. Mönche lebten hier und schrieben und sammelten Bücher. Gegründet wurde es um das Jahr 764. Zehn Jahre später kam sogar Karl der Große zur Einweihung der Kirche. Es ist das einzige Mal, dass man ihn hier nachweisen kann. Später brannte das Kloster nieder, und man nutzte die Reste als Steinbruch. Nur eine Halle blieb heil. Die sehen wir als Nächstes. Was glaubst du: Was wäre wohl in so einem Kloster gewesen?
Koordinaten: 49.65369, 8.56858 · auf der Karte