Stadtohr

Stadtrundgang Limburg an der Lahn · Station 11 von 16

Frankfurter Straße 1 (Limburg an der Lahn)

1392 · fachwerk, bäckerei, chronik, stadtschreiber

Ausführlich

Sie stehen vor dem Haus Frankfurter Straße 1, einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus am Bischofsplatz. Es ist ein Eckhaus, das Ende des 14. Jahrhunderts erbaut wurde, und es hat zwei große Themen: Schreiben und Backen. Die Frankfurter Straße führte einst zur Hammerpforte. Das erste Thema: 1392 wird das Gebäude als Wohnsitz von Tilemann Elhen von Wolfhagen erwähnt. Er ist der Verfasser der Limburger Chronik, und nach ihm heißt die städtische Tilemannschule. Er lebte hier mit seiner Frau Grete, der Tochter des Limburger Schöffen Hermann Boppe. Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte das Haus Christoffel Steinbach, der um 1560 starb. Das zweite Thema: Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs richtete Jost Jorgenthiel aus Elz im 17. Jahrhundert eine Bäckerei ein, und sie bestand bis weit ins 20. Jahrhundert. 1880 ging das Haus an den Bäcker Joseph Kaiser und seine Frau Bertha Hilf. Ein Jahr später ließen sie den Ladeneingang in seine heutige Form umgestalten. Schauen Sie ihn an: Er ist reich mit Holzschnitzereien verziert, die Bäckerinsignien zeigen. 1889 folgten der Ausbau des Hinterhauses und seine Unterkellerung. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ der Bäcker Heinrich Strunk die Wände des Erdgeschosses in Massivbauweise ersetzen und richtete im Vorderhaus eine Kaffeestube ein. Zwischen 1828 und 1831 hatten Anna und Elisabeth Brückmann das Haus renovieren lassen. Zum Bau: Das dreigeschossige, verputzte Haus steht auf einem Gewölbekeller aus dem 14. Jahrhundert. Wegen der Bauweise und der Proportionen von Geschossen und Dach vermutet man, dass auch Teile des Fachwerks noch aus dem späten 14. Jahrhundert stammen. Das zweite Obergeschoss kragt vor, der Giebel ist verschiefert. Die Traufseite hat sechs unregelmäßige Fensterachsen. Wegen seiner Lage am Bischofsplatz steht das Haus unter Denkmalschutz.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Haus Frankfurter Straße 1 am Bischofsplatz. 1392 ist es als Wohnsitz von Tilemann Elhen von Wolfhagen belegt, dem Verfasser der Limburger Chronik. Vom 17. bis ins 20. Jahrhundert war hier eine Bäckerei. Am Ladeneingang sehen Sie Schnitzereien mit Bäckerinsignien.

Für Kinder

Hier lebte im Jahr 1392 ein Mann namens Tilemann Elhen von Wolfhagen. Er schrieb die Limburger Chronik, ein Buch über die Geschichte der Stadt. Nach ihm ist eine Schule benannt, die Tilemannschule. Später war in dem Haus eine Bäckerei, vom 17. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert. Schau dir den Ladeneingang an: Er hat geschnitzte Zeichen von Bäckern aus Holz. Findest du sie?

Quellen

Koordinaten: 50.387291, 8.065856 · auf der Karte

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