Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 13 von 16

St. Sebastian (Landshut)

1489 · kirche, stadtpatron, pest, barock

Ausführlich

Sie stehen vor der Kirche St. Sebastian im Stadtteil zwischen den beiden Isararmen. Es ist die einzige Kirche in Landshut, die dem Stadtpatron Sebastian geweiht ist. Zur Jahreszahl: Wikidata nennt 1489, das Jahr des spätgotischen Neubaus. Die Kirche wird aber schon 1455 in Unterlagen des Stadtarchivs erstmals erwähnt. Ich nenne die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. Wann das erste Kirchlein entstand, ist unbekannt. Das Patrozinium legt einen Zusammenhang mit einer Pestepidemie nahe, eine gab es in der Stadt 1444. Zunächst war es wohl eine Votivkirche. Später wurde sie auch Seelsorgskirche für die stark wachsende Bevölkerung des Stadtteils. Als die alte Kirche zu klein geworden war, baute man 1489 und 1490 einen größeren spätgotischen Bau. 1490 wurde St. Sebastian Expositur, das heißt, sie bekam einen eigenen Priester. Das war wichtig, denn der Stadtteil lag damals nicht im inneren Ring der Stadtbefestigung, und nachts stand kein Priester aus der Stadt zur Verfügung. 1491 wurde die Sebastiani-Bruderschaft gegründet, zwei Jahre später wurde Sebastian als Schutzpatron gegen die Pest zum Stadtpatron Landshuts erhoben. Das Sebastiani-Hochamt feiert der Stadtrat bis heute jedes Jahr um den 20. Januar, in der Pfarrkirche St. Jodok. Wie der spätgotische Bau aussah, kennen wir nur aus dem Stadtmodell von Jakob Sandtner von 1570. 1648 nahmen abziehende Schweden die Kirche stark in Mitleidenschaft. 1661 war sie so schlecht erhalten, dass Bürgermeister und Rat beim Freisinger Bischof um eine Abbruchgenehmigung baten. Sie legten gleich einen Plan für einen barocken Neubau vor. Dieser schritt zügig voran, vermutlich wurden die Grundmauern der alten Kirche einbezogen. Die Konsekration war am 16. Oktober 1666, den Innenraum stuckierte erst 1694 Desiderius Maderna aus Lugano aus. 1721 traten Bauschäden am Chor auf, man musste ihn abreißen und verlängerte das Langhaus um zwei Joche. 1899 und 1900 wurde der Chorraum noch einmal neu errichtet. Schauen Sie auf den Stuck im Gewölbescheitel: Herz Jesu, Herz Mariä, Pfeile als Symbole für das Martyrium des Kirchenpatrons und das bayerische Rautenwappen. Obwohl er in drei Zeiten entstand, 1694, 1721 und 1899/1900, wirkt er überraschend einheitlich. Der Westturm trägt eine Zwiebelkuppel. Die Kirche tritt weit aus der Häuserfront der Zweibrückenstraße hervor. Deshalb richtete man 1972 und 1973 einen Fußgängerdurchgang unter der Empore ein. Die umfassendste Renovierung seit der Barockzeit dauerte von 1993 bis 2008, mit neuem Fundament und Rückbau der Fußgängerpassage.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Kirche St. Sebastian im Stadtteil zwischen den beiden Isararmen. Der spätgotische Bau entstand 1489 und 1490, 1661 und 1662 wurde er barock umgestaltet. Es ist die einzige Kirche Landshuts, die dem Stadtpatron Sebastian geweiht ist.

Für Kinder

Diese Kirche gehört dem heiligen Sebastian. Er ist der Stadtpatron von Landshut. Man bat ihn um Schutz vor der Pest, einer schlimmen Krankheit. 1455 wurde hier zum ersten Mal ein Kirchlein erwähnt. 1489 und 1490 baute man eine größere Kirche. Weil sie ein Stück aus der Häuserreihe heraussteht, gab es früher einen Durchgang unter der Empore. Heute ist er wieder zurückgebaut. Im Stuck des Gewölbes sind Pfeile zu sehen. Sie sind das Zeichen für den heiligen Sebastian. Findest du die Pfeile?

Quellen

Koordinaten: 48.54062, 12.15064 · auf der Karte

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