Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 12 von 16

Kloster Seligenthal

1232 · zisterzienserinnen, abtei, wittelsbacher, rokoko

Ausführlich

Sie stehen vor dem Kloster Seligenthal, einer Abtei der Zisterzienserinnen in Landshut. Ludmilla, die Witwe des Herzogs Ludwig des Kelheimers, des Stadtgründers, stiftete sie 1232. Viele bayerische Herzöge liegen hier begraben. Woher die ersten Ordensfrauen kamen, galt bis ins 17. Jahrhundert als unbekannt. Die später zugeschriebene Herkunft aus dem Kloster Trebnitz bei Breslau lässt sich weder durch Urkunden noch durch die Klosterannalen belegen. Ludmilla lebte selbst im Kloster, sie starb 1240 und wurde in der Afrakapelle beigesetzt. Zwei frühgotische Holzfiguren in der Abteikirche mit einer frühen Darstellung des bayerischen Rautenwappens erinnern an das Herrscherpaar. 1236 wurde das Kloster der Zisterzienserabtei Kaisheim unterstellt, 1245 oder 1246 dem Orden einverleibt. Erst da wurde erstmals der Name Seligenthal verwendet. Erste Äbtissin war Agnes von Grünenbach. Zuerst wohnten die Schwestern in dem um 1230 errichteten Haus Schwestergasse 8, als vorläufige Kirche diente die romanische Afrakapelle. Rund um dieses Kirchlein baute man 1259 die Abteikirche und später die Konventgebäude. 1252 wurden Kloster und Heilig-Geist-Spital rechtlich getrennt. Als Grundlage dienten fortan Schenkungen und Stiftungen des Adels. 1260 wurde ein Skriptorium gegründet, damals lebten bereits 70 Schwestern in Seligenthal. 1331 erhielt das Kloster ein Salzdeputat in Hallein und durfte zeitweise Salzhandel betreiben. Es gab auch Krisen. Mehrfach drohte das Kloster auszusterben, so kamen 1473 Zisterzienserinnen aus Koenigsbruck, um den Konvent am Leben zu halten. Im Dreißigjährigen Krieg mussten die Schwestern wegen plündernder Schweden zwischen 1631 und 1649 mehrmals den Konvent verlassen. 1651 kehrten sie in das großenteils zerstörte Kloster zurück. 1732 bis 1734 wurde die spätromanische Abteikirche nach Plänen von Johann Baptist Gunetzrhainer zum Zentralbau umgestaltet. Das Hochaltargemälde, den Stuck und die Fresken schuf Johann Baptist Zimmermann. Auch Egid Quirin Asam hatte sich um die Arbeit beworben, bekam sie aber nicht. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst, die Schwestern durften vorerst bleiben. Nach einer Bitte an König Ludwig I. ließ dieser das Kloster am 4. November 1835 wieder eröffnen, mit der Auflage, die Mädchenschulen der Stadt wieder einzurichten. Damals lebten noch fünf Schwestern dort. 1925 wurde Seligenthal wieder Abtei. 2023 lebten 38 Schwestern hier, sie unterrichten unter anderem in der Schulstiftung Seligenthal. Von außerhalb des Klostergeländes sichtbar ist nur der schlanke barocke Turm, der 1698 seine heutige Form erhielt. 2016 war eine fast 15 Jahre dauernde Sanierung abgeschlossen, die rund 34 Millionen Euro kostete.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Kloster Seligenthal, einer Abtei der Zisterzienserinnen. Ludmilla, die Witwe Herzog Ludwigs des Kelheimers, stiftete sie 1232. Die Klosterkirche, 1259 geweiht, ist eine Begräbnisstätte der Wittelsbacher Herzöge von Bayern.

Für Kinder

Hier leben Nonnen, die man Zisterzienserinnen nennt. Das Kloster wurde 1232 von Ludmilla gegründet, der Witwe des Stadtgründers von Landshut. In der Klosterkirche sind viele bayerische Herzöge begraben. Im Dreißigjährigen Krieg mussten die Schwestern wegen der plündernden Schweden mehrmals fliehen. 1651 kamen sie zurück. 2023 lebten 38 Schwestern hier. Viele von ihnen unterrichten. Von der Straße aus siehst du nur den schlanken Turm der Kirche. Kannst du ihn finden?

Quellen

Koordinaten: 48.542434981, 12.147557168 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.