Sie stehen vor dem Kölner Dom. Bevor wir losgehen, zwei Zahlen und ein Datum. Der Bau wurde 1248 im Auftrag des Erzbischofs Konrad I. nach einem Entwurf von Meister Gerhard begonnen und 1880 vollendet, im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. und nach Entwurf von Ernst Friedrich Zwirner. Das sind 632 Jahre für ein Haus. Mit 157,22 Metern ist er die vierthöchste Kirche der Welt. Einige Kunsthistoriker haben ihn wegen seiner einheitlichen und ausgewogenen Bauform als vollkommene Kathedrale bezeichnet, und das ist bei einer so langen Bauzeit die eigentliche Leistung. Geplant war er doppelt: als repräsentative Kathedrale der Kölner Erzbischöfe und als monumentales Reliquiar für die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Im Mittelalter zog der Rat der Stadt am Dreikönigstag in einer Prozession von St. Maria im Kapitol zum Dom. Heute finden die Prozessionen im Binnenchor statt, wobei die Trapezplatte des goldenen Dreikönigenschreins geöffnet wird, so dass die Häupter sichtbar werden. Nun gehen wir nach unten, denn unter Ihnen liegt die ältere Geschichte. Maternus, ein Vertrauter Kaiser Konstantins, ist um 313 als erster Kölner Bischof urkundlich bezeugt. Die frühchristliche Gemeinde war bis 311 illegal und wurde von den Behörden der Provinz phasenweise verfolgt. Sie traf sich nicht in einer Kirche, sondern in Privathäusern. Eines lag vermutlich hier auf dem Domhügel, unter dem heutigen Chor, nicht im Zentrum der Provinzhauptstadt, sondern am nördlichen Siedlungsrand unweit des Rheinufers, direkt an der Innenseite der römischen Stadtmauer. Auf diesem Grundstück wurde eine erste Taufkapelle gebaut. Ihr begehbares Taufbecken wurde unter dem Domchor ergraben, es stammt aus dem 5. Jahrhundert, und es gilt heute als ältestes Zeugnis für den christlichen Kultus in Köln. Zugänglich ist es im Dom-Sockel. Als Maternus starb, bestanden in Köln drei Religionen mit ihren Gotteshäusern nebeneinander: die christliche Gemeinde, die jüdische Gemeinde, deren erste Synagoge vermutlich etwa gleichzeitig entstand, und der Haupttempel der Stadt, errichtet im 1. Jahrhundert für Jupiter, Juno und Minerva. Im 6. Jahrhundert bauten die in Köln residierenden merowingischen Könige an derselben Stelle eine neue Bischofskirche, etwa vierzig bis fünfzig Meter lang. Sie diente auch als Grablege der königlichen Familie. 1959 wurden beim Bau einer neuen Krypta merowingische Gräber entdeckt, darunter ein reich ausgestattetes Frauengrab aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. In karolingischer Zeit folgte der Alte Dom, geweiht 870. Und noch ein Satz zum 20. Jahrhundert, weil er den Rest dieses Rundgangs erklärt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Dom scheinbar unversehrt inmitten der ausgebombten Stadt. Das wurde als Wunder verstanden und zu einem emotionalen Symbol für den Lebenswillen. Was mit der Stadt um ihn herum geschah, sehen Sie an fast jeder weiteren Station.
Sie stehen vor dem Kölner Dom, offiziell Hohe Domkirche zu Köln. Der Bau wurde 1248 begonnen und 1880 vollendet. Mit 157,22 Metern ist er die vierthöchste Kirche der Welt. Geplant war er als Kathedrale der Kölner Erzbischöfe und als Reliquiar für die Gebeine der Heiligen Drei Könige.
Du stehst vor dem Kölner Dom. Er ist 157 Meter hoch, das ist höher als jedes andere Haus in der Altstadt. Jetzt kommt das Erstaunliche: Der Bau begann im Jahr 1248 und war erst 1880 fertig. Rechne nach, wie viele Jahre das sind. Es sind 632. Keiner der Bauleute vom Anfang hat das Ende gesehen. Gebaut wurde der Dom für die Erzbischöfe von Köln und als großes Schmuckkästchen für die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Unter dem Dom liegt noch etwas viel Älteres. Dort haben Forscher ein steinernes Taufbecken aus dem 5. Jahrhundert gefunden. Man konnte hineinsteigen. Es ist das älteste Zeugnis für Christen in Köln.
Koordinaten: 50.941388888, 6.958333333 · auf der Karte