Stadtohr

Stadtrundgang Kiel · Station 1 von 16

Kunsthalle Kiel

1909 · kunstmuseum, jugendstil, sammlung, entartete kunst

Kunsthalle Kiel
Foto: Jonatan Schenk, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Willkommen in Kiel. Wir beginnen nördlich der Innenstadt, am Düsternbrooker Weg, nahe dem Schlossgarten und der Kieler Förde. Kiel ist die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und mit mehr als zweihundertfünfzigtausend Einwohnern die größte Stadt des Landes. Es ist die nördlichste Großstadt Deutschlands, liegt an der Kieler Förde und ist Endpunkt des Nord-Ostsee-Kanals, der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Kiel ist traditionell ein bedeutender Marinestützpunkt, bekannt durch die Kieler Woche, und Sitz von drei Hochschulen. Sie stehen vor der Kunsthalle zu Kiel. Das Grundstück stiftete Lotte Hegewisch 1903 der Christian-Albrechts-Universität, damit hier eine Kunsthalle entsteht. Georg Lohr baute das Haus von 1908 bis 1909. Am 15. November 1909 wurde es feierlich eröffnet, durch Carl Neumann, den Vorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins. Schauen Sie auf die Fassade aus Muschelkalk. Sie ist dem Neobarock und dem Jugendstil verpflichtet. Vor dem Portal stehen zwei Wisent-Skulpturen von August Gaul. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer zerstört und bis 1958 wiederaufgebaut. 1986 kam ein Erweiterungsbau hinzu, und seit 2012 öffnet ein neuer Eingangsbereich das Haus zur Kieler Förde hin. Die Sammlung geht auf den Schleswig-Holsteinischen Kunstverein zurück, der 1843 gegründet wurde. Sie reicht von der Dürerzeit bis zur Gegenwart: Romantische Malerei und Gemälde der russischen Wandermaler, deutsche Impressionisten und Expressionisten, Neue Sachlichkeit und internationale Kunst seit 1945. Das Museum besitzt mehr als zwölfhundert Gemälde und dreihundert Skulpturen, darunter Werke von Nolde, Georg Baselitz, Neo Rauch und Gerhard Richter. Die Grafische Sammlung zählt etwa dreißigtausend Werke, darunter Blätter von Rembrandt, Adolf Menzel und Otto Dix. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten in der Aktion „Entartete Kunst“ eine bedeutende Zahl von Werken, unter anderem von Ernst Barlach, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Edvard Munch und Emil Nolde. Von Barlach hören wir später noch. Im Gebäude ist auch die Antikensammlung untergebracht, 1895 eingerichtet, mit einer Abgusssammlung, die 1838 begonnen wurde. Ein großer Teil ging im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen verloren. Seit dem 25. September 2023 sind Kunsthalle und Antikensammlung wegen der Sanierung geschlossen. Rund 49,5 Millionen Euro fließen in die Sanierung, etwa 30 Millionen vom Land Schleswig-Holstein und knapp 19,5 Millionen vom Bund.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Kunsthalle zu Kiel am Düsternbrooker Weg, nahe dem Schlossgarten und der Förde. Das Haus wurde von 1908 bis 1909 nach Plänen von Georg Lohr gebaut und am 15. November 1909 eröffnet. Mit zweitausend Quadratmetern Ausstellungsfläche ist es das größte Museum der Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor einem großen Kunstmuseum, dem größten der Stadt. Es wurde 1909 eröffnet. Die Wand vorn besteht aus Muschelkalk. Vor dem Eingang stehen zwei Skulpturen von Wisenten. Findest du sie? Drinnen hängen mehr als zwölfhundert Gemälde, und es gibt etwa dreihundert Skulpturen. 1937 nahmen die Nationalsozialisten viele Bilder weg. Heute wird das Haus saniert und ist geschlossen. Das kostet fast fünfzig Millionen Euro.

Quellen

Koordinaten: 54.32861111, 10.14611111 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.