Stadtohr

Stadtrundgang Kempten · Station 4 von 16

Hofgarten (Kempten)

· barockgarten, park, orangerie, militaer

Ausführlich

Sie stehen im Hofgarten, nördlich der Fürstäbtlichen Residenz. Er ist 3,4 Hektar groß, eine Schlossgartenanlage barocker Herkunft, angelegt in Terrassen von unterschiedlicher Höhe und Größe. Mit dem Neubau der Residenz ab 1651 änderte sich auch das Gelände nördlich davon. Vor dem Einfahrtsportal entstand ein barocker Garten. Unterhalb der Hangstufe legte man Fischweiher an: drei ovale mit Entenhäusern in der Mitte, zwei runde mit je einem Springbrunnen. Eine Freitreppe führte hinauf zur oberen Stufe, der Schauseite der Residenz, mit Blumenbeeten und symmetrisch geschnittenen Hecken. Ausgebaut wurde der Garten besonders unter Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein, der von 1760 bis 1785 regierte. Im Nordabschluss ließ er die Orangerie errichten, in der empfindliche Gewächse überwintern konnten. Mit der Säkularisation 1802/03 kam das Gelände an das Kurfürstentum Bayern. Das Militär zog ein, auf dem oberen Hofgarten entstand ein Exerzierplatz mit Baracken und Reithallen. Als das Heer in neue Kasernen umzog, verloren Außenanlagen und Residenz an Bedeutung und verfielen. 1955 kam es nach langen Diskussionen zu einer Vereinbarung mit der Stadt über eine Umgestaltung. Das Gelände war noch von einer dicken Kiesschicht aus Militärzeiten und wucherndem Gestrüpp überzogen, und durch das Gestrüpp floss der Schlangenbach, eine künstlich angelegte Kanalanlage der frühen Fernwasserversorgung der Stadt. 1962 waren die Arbeiten fertig, in die Orangerie zog die Stadtbibliothek. Schauen Sie auf das rechteckige Mosaikwasserbecken im oberen Teil, das der Kommerzienrat Schnitzer 1963 stiftete. Franz Weiß gestaltete darauf eine Bilderfolge, die bedeutende Bauwerke der Reichsstadt denen der Stiftsstadt gegenüberstellt. Und die älteste Pflanze ist eine Robinie aus fürstäbtlichen Zeiten, wohl um die Mitte des 18. Jahrhunderts gepflanzt.

Kurzfassung

Sie stehen im Hofgarten, einer barocken Schlossgartenanlage nördlich der Fürstäbtlichen Residenz. Mit 3,4 Hektar und mehreren Terrassen entstand sie ab 1651 zusammen mit dem Neubau der Residenz. Die heutige Gestaltung als Park war 1962 fertig. In der Orangerie sitzt die Stadtbibliothek.

Für Kinder

Hier war früher der Garten des Fürstabts, der Hofgarten. Er hat Terrassen, also Stufen im Gelände. Unten gab es Fischteiche, in drei von ihnen stand ein Entenhaus. Später übten hier Soldaten, und es standen Baracken im Garten. Heute ist es wieder ein Park. Auf einer Steinbank ist ein Spruch eingemeißelt: Der Stein erzählt, dass er die Leute immer nur von hinten sieht, wenn sie sich bei ihm ausruhen. Setz dich doch einmal hin. Was würde der Stein von dir sehen?

Quellen

Koordinaten: 47.7294, 10.3133 · auf der Karte

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